MOTHER MARY

MOTHER MARY ★★☆☆☆
Start: 21.05.2026 | FSK 12
Anne Hathaway | © Leonine



USA, Deutschland 2025
Genre: Drama, Showbiz
Länge: 110 Min.
Regie: David Lowery
Buch: David Lowery
Casting: Aine O'Sullivan
Cast: Anne Hathaway, Michaela Coel, Hunter Schafer, Jessica Brown Findlay, Sian Clifford, Isaura Barbé-Brown, Laura Meakin, Atheena Frizzell u.a.
Kamera: Andrew Droz Palermo, Rina Yang
Schnitt: David Lowery
Musik: Daniel Hart (II)

Mother Mary ist ein Megastar – auf der Bühne eine glamouröse und unvergleichliche Erscheinung, doch hinter den Kulissen erschöpft und einsam. Überwältigt von ihrem mit Spannung erwarteten Bühnen-Comeback sucht sie Zuflucht bei ihrer einstigen Freundin und Weggefährtin Sam, einer Modedesignerin, die den ikonischen Stil von Mother Mary zu Beginn ihrer Karriere geprägt hat. Beide Frauen sind sich seit vielen Jahren nicht mehr begegnet, und der Bruch ihrer Freundschaft hat tiefe Wunden hinterlassen. In ihrer persönlichen Krise bittet Mary Sam um Hilfe: Sam soll ein Outfit für das bevorstehendes Comeback designen. Zögernd lässt die Stardesignerin sich auf den Vorschlag ein. Während das neue Kostüm entsteht, kommen alte Konflikte ans Licht, lange Verschwiegenes wird ausgesprochen und tief verborgener Schmerz tritt wieder an die Oberfläche.

Während die Grenzen zwischen Gegenwart und quälenden Erinnerungen verschwimmen, begeben sich die beiden Frauen auf eine emotionale Reise mit ungewissem Ausgang.

Selbstverständlich: die beiden Hauptdarstellerinnen sind nicht anzuzweifeln, sie beherrschen jedes nur denkbare Register und bedienen ein jedes mühelos, das ist auch hier der Fall. Eine zutiefst verunsicherte Diva sucht Kontakt zu einer alten Vertrauten, die ihr in existenzieller Not helfen und neue Kraft geben soll, trotz alter Zerwürfnisse. Sowohl Hathaway als auch Coel spielen so dicht, dass man ihnen stundenlang zuschauen würde. Auch formal könnte man diese Arbeit in Gold rahmen: Farben, Fotografie, Kostümdesign, Lichtsetzung... alles vom Feinsten in jedem einzelnen Frame!

Doch leider wird dieser fesselnden Prämisse unnötigerweise allerlei Firlefanz aufgedrückt, fast, als hätte man der Kerngeschichte nicht vertraut. Etwa ab Filmmitte driften die beiden in wahnhafte Zustände, verirrt sich der Film ins Phantastische, womöglich Pseudo-Intellektuelle, eine Art Trance... und gibt sich damit letztlich nur noch anstrengend kapriziös. Mit diesem unerwarteten Einschlag Richtung – pardon – Kunstquark wurde mir der Filmgenuss zum Ende effektiv vergällt. Form ist eben nicht Inhalt.

Als Zielpublikum könnte ich mir die vorstellen, die gerne Bourlesques auf Bühne und Leinwand sehen, die abgedriftete Filme wie etwa das Highlight Requiem for a Dream (2002) schätzen oder sich generell für Kostüme interessieren. Der Film hat tatsächlich sagenhafte, atmosphärisch faszinierende Schauwerte.

Not my cup of tea... maybe yours?

Michaela Coel | © Leonine







cnm



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