KRAKEN – ERWACHEN DER TIEFE

KRAKEN – ERWACHEN DER TIEFE ★★½☆☆☆
Originaltitel: KRAKEN | Start: 23.07.2026 | FSK 12
Sara Khorami | © Splendid Film



Norwegen 2026

Genre: Horror, Monsterfilm
Länge: 94 Min.
Format: Cinemascope
Regie: Pål Øie
Buch: Vilde Eide, Kjersti Helen Rasmussen, Natasha Arthur
Casting: Alicia M. Eidesund
Cast: Sara Khorami, Mikkel Bratt Silset, Øyvind Brandtzæg, Jenny Evensen, Ingvild Holthe Bygdnes u.a.
Kamera: Sjur Aarthun

Schnitt: Sjur Aarthun
Musik: Roy Westad

Die Meeresbiologin Johanne hatte anderes vor, als an den Ort zurückzukehren, den sie wegen berufsinterner Streitigkeiten vor Jahren verlassen hatte. Aber das Video einer jungen Influencerin, auf dem zu sehen ist, wie Wildlachse massenhaft das Wasser eines Fjords verlassen, lässt sie dem Aufruf folgen, vor Ort die Kontrolle der unter Hochdruck betriebenen Wildlachszucht durchzuführen. Was läuft hier falsch? In jüngster Zeit wurden tote Touristen im Wasser gefunden, und die Serie an schrecklichen "Unfällen" soll sich fortsetzen. Die heutige Führung der Zucht ist gerade auf gutem Wege, mit allen Mitteln und unter allen Umständen die Produktion um ein Vielfaches zu steigern – der Preis dafür ist hoch und ethisch nicht vertretbar. Währenddessen formiert sich unter Wasser bereits die Konsequenz der menschlichen Eingriffe...

Zunächst ist Pål Øie und seinem Team vielversprechendes Genrekino gelungen: die Breitwandbilder, die schönste Natur mit dem dräuenden Unheil verbinden, geschickte Bildkadrierung, der typische Cast aus charismatischen, nerdigen und durchtriebenen Figuren erzeugt die nötige Reibungsfläche, das mit Spannung erwartete Monster zeigt sich spät und meist nur partiell – was sich m.E. für einen anständigen Horrorfilm auch so gehört... Auch die Ausgestaltung der Kreatur mit benoppten Tentakeln kann sich sehen lassen und ist rundum solide umgesetzt. Die spezifischen Eigenschaften der Krake zeigen szenenweise auch innovative Schrecken, die ich so noch nicht gesehen habe (wird hier nicht weiter verraten).

Tatsächlich lässt Kraken nicht selten an die ganz großen Kultregisseure wie Scott, Spielberg oder Carpenter denken; die Anleihen sind überdeutlich.

Doch leider fehlen entscheidende andere Eigenschaften, um aus dem vielversprechenden Grundsockel ein großes, in Erinnerung bleibendes Ganzes zu generieren. So sind die Dialoge so dünn geraten, dass sie eher Skizzen gleichen, dass keine Backstory zu den Haupt- und Nebenfiguren spürbar wird. Auch stimmt die spielerische Energie nicht, wenn sich die Situation zuspitzt und es zum Äußersten kommt. Da hat die Regie den Spielenden nicht ausreichend Feuer unterm Arsch gemacht. Leider! Damit fällt dann auch das schöne Konstrukt letztlich in sich zusammen und hinterlässt schließlich nur einen vagen Eindruck – weil wir kaum an den Figuren andocken, mit ihnen fiebern konnten.

Kraken – Erwachen der Tiefe ist damit für mich eher eine Art verlässlicher und ästhetisch anspruchsvoller Feelgood-Horror, bei dem man sich entspannt zurücklehnen kann.

cnm 


Ich habe den Film in der deutschen Synchronfassung gesehen.

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