HAMNET ★★★★★★
Start: 15.01.2026 | FSK 12
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| Jessie Buckley, Paul Mescal | © Focus Features LLC. |
Großbritannien, USA 2025
Genre: Historie, DramaLänge: 126 Min.
Regie: Chloé Zhao
Buch: Chloé Zhao, Maggie O'Farrell
Nach: Maggie O'Farrell (Roman)
Casting: Nina Gold
Cast: Jessie Buckley, Paul Mescal, Emily Watson, Joe Alwyn, Jacobi Jupe, Olivia Lynes, Justine Mitchell, David Wilmot, Louisa Harland, Freya Hannan-Mills u.a.Kamera: Łukasz Żal
Schnitt: Chloé Zhao, Affonso Gonçalves
Musik: Max Richter
Aus Sicht
seiner mit Vorahnungen "gesegneten" Frau Agnes erlebt man, wie sich William Shakespeare und sie ineinander verlieben und einander gegen den Willen ihrer Familie versprechen. Sie bekommt drei Kinder, obgleich sie sicher ist, an ihrem Totenbett stünden einst zwei Kinder. Als der Sohn Hamnet im Alter von elf
Jahren durch die Pest ums Leben kommt, droht ihre große Liebe zu ersticken. Agnes kommt nicht darüber hinweg, dass ihr Gemahl zur Zeit des qualvollen Todes des Jungen nicht zugegen war. - Mitten in dieser
furchtbaren Trauer beginnt Shakespeare aus tiefster Verzweiflung heraus,
„Hamlet“ zu schreiben, eines der großen Dramen der Literaturgeschichte.
Mit bemerkenswert schlichten Bildern und zurückhaltender Vertonung sowie einer für die Spieldauer vergleichsweise überschaubaren Geschichte gelingt dem Team um Chloé Zhao ein emotional überwältigendes Werk. Jede Besetzung - über die Kinder bis zur Komparserie (!) spielt mit einer Transparenz und Wucht, die man im Kino kaum noch erlebt. Hier wirkt nichts aufgesetzt (was bei Historienfilmen ja gern mal passiert, weil man glaubt, andere Zeiten mit mehr Pathos versehen zu müssen), wir gehen von Beginn der Geschichte mit den Figuren mit, lieben mit ihnen, verzweifeln mit ihnen. Trotz des durchweg brillanten Casts sticht für mich Jessie Buckley deutlich heraus; da gibt es so viele intensive Momente, die mich ganz und gar packen und mich denken lassen: drückt der Frau doch gleich den Oscar® in die Hand, was soll da noch Besseres kommen?
Wenn Shakespeare dann in tiefster Verzweiflung die Worte "Sein oder nicht Sein..." wie zu sich selbst spricht, wird auch jenen, die sich keinen Deut für Theater interssieren sofort klar, was es mit diesen Zeilen tatsächlich auf sich hat. Übrigens war die fast schon atemlose Stille im gut besuchten Kinosaal wie greifbar.
Hamnet ist magisches Kino, ist Kino pur, ist Kino für die große Leinwand. Historie, Biopic, Literatur, Poesie und Theater mit ungeahnter Wucht und enormem Nachhall. Eine bislang unerzählte Geschichte, die tief berührt.
cnm
Info: zu jener Zeit war Hamnet als Name gleichbedeutend mit Hamlet.
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