KINDS OF KINDNESS

KINDS OF KINDNESS ★★☆☆☆☆
Filmstart: 04.07.2024 | FSK t.b.a.
Hong Chau, Jesse Plemons | © Walt Disney Germany



Irland, Großbritannien, USA 2024

Genre: Dramödie, Groteske
Länge: 164 Min. (langer Film)
Regie: Yorgos Lanthimos 
Buch: Yorgos Lanthimos, Efthimis Filippou
Casting: Dixie Chassay
Cast: Emma Stone, Jesse Plemons, Willem Dafoe, Margaret Qualley, Hong Chau, Joe Alwyn, Mamoudou Athie, Hunt Schafer
Kamera: Robbie Ryan, BSC, ISC
Schnitt: Yorgos Mavropsaridis, ACE, BFE
Musik: Jerskin Fendrix

Mit Kinds of Kindness erzählt Yorgos Lanthimos drei unterschiedliche Geschichten über das Mensch(lich)-Sein: Von einem getriebenen Mann, der versucht, die Kontrolle über sein Leben zu erlangen, indem er für die Gunst seines Schwiegervaters sprichwörtlich alles tut, von einem beunruhigten Polizisten, dessen auf See vermisste Frau nach ihrer Rückkehr ein anderer Mensch zu sein scheint und von einer entschlossenen Frau, die jemanden finden muss, der dazu bestimmt ist, ein großer spiritueller Führer zu werden.


Die Schauspielenden gehen in unterschiedlichen Rollen durch die diversen Leidenswege (kinds of kindness ist wohl eher ironisch gemeint), sie verzehren, vergöttern und zerfleischen sich, sie opfern sich auf, hadern mit ihrem eigenen Verstand. Wie schon bei Poor Things wird dieser Wahnsinn von minimalistischer, vollkommen dissonanter Musik begleitet, welche hier natürlich vollkommen organisch wirkt.

Leider kann ich mich der allgemeinen Euphorie und Begeisterung zu Lanthimos' neuestem Film nicht (mehr) anschließen. Von den Vorgängern empfand ich viele als wegweisend und schlicht genial, wie zB The Killing of a Sacred Deer oder - natürlich - Poor Things. Bei diesen war bei allem Irrwitz ein kluger Kern, eine Symbolhaftigkeit und tiefer Sinn deutlich zu erkennen. - In der neuesten Arbeit scheint mir, dass Lanthimos im kreativen Prozess unkontrolliert Purzelbäume geschlagen hat, um noch eine und noch eine und noch eine Idee in den Film zu packen. Herausgekommen ist m.E. ein krudes Verwirrspiel, dem zu folgen ich einfach nur anstrengend fand, und bei dem nur mit sehr gutem Willen auch nur ansatzweise eine Aussage erkennbar wird.

Drei Tableaus, dreimal blanker Wahnsinn (mit Anleihen aus Fantasy-Klassikern) zwischen Groteske und Alptraum, nur vage wie mit dünnen Fäden zusammengehalten und einer Sinnhaftigkeit, die sich mir letztlich nicht erschloss. Haben Sie's begriffen?

cnm 

Jesse Plemons wurde bei den 77. Internationalen Filmfestspielen von Cannes als bester Darsteller ausgezeichnet.

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