ISLANDS
ISLANDS ★★★★½☆
Start: 08.05.2025 | FSK 6
Deutschland 2024
Genre: DramaLänge: 123 Min.
Regie: Jan-Ole Gerster
Buch: Jan-Ole Gerster, Lawrie Doran, Blaž Kutin
Casting: Luci Lenox
Buch: Jan-Ole Gerster, Lawrie Doran, Blaž Kutin
Casting: Luci Lenox
Cast: Sam Riley, Stacy Martin, Jack Farthing, Dylan Torrell u.a.
Kamera: Juan Sarmiento G
Schnitt: Matthew Newman, Antje Zynga
Musik: Dascha Dauenhauer
Kamera: Juan Sarmiento G
Schnitt: Matthew Newman, Antje Zynga
Musik: Dascha Dauenhauer
Tom arbeitet als Tennistrainer in einem All-Inclusive-Hotel auf Fuerteventura. Was auf den ersten Blick wie der gelebte Traum vom endlosen Sommer wirkt, ist für den ehemaligen Profi längst monotone Routine geworden. Während die Touristen in einem nicht enden wollenden Strom kommen und gehen, spielt er Woche für Woche hunderte Bälle übers Netz und überbrückt die innere Leere mit flüchtigen Affären und Alkohol.
Doch dann checkt die geheimnisvolle Anne ein. Sie, ihr Mann Dave und ihr siebenjähriger Sohn Anton entsprechen nicht dem Bild der üblichen Pauschaltouristen; sie wirken wie ein Trio in einem melancholischen Schwebezustand, das ebenfalls eine substanzielle Leere zu überspielen bemüht ist. Schon bald kommt Tom der Familie näher. Er gibt dem Jungen Tennisstunden und lädt das Trio zu einem Ausflug ein, um ihnen die raue Schönheit der Insel zu zeigen. - Am nächsten Tag ist Dave nicht mehr aufzufinden! Ebenso mysteriös wie Daves Verschwinden ist Annes ungerührte Reaktion auf das Ereignis. Ein Verdacht keimt in Tom auf…
Jan Ole Gerster bringt in seinen stimmungsvollen unterschiedliche Aspekte ein: Krimi, Romanze, Psychodrama. Am besten gefiel mir der Einstieg, in dem er mittels der hochromantischen Musik von Dascha Dauenheimer einen ironischen Kontrapunkt zur seelischen Verkümmerung des alternden Tennislehrers und vermeintlichen Casanovas setzt. Eigenartigerweise führt das Verschwinden des Familienvaters nicht wirklich zu Hochspannung, aber darum scheint es Gerster auch nicht zu gehen. Was im Film bravourös gelingt, ist, alles Eigentliche ungesagt zu lassen, stumme Schreie in Blicke und Gesten zu legen: das ist das eigentlich Spannende an dieser psychologischen Studie. Manchen ist das alles zu ereignislos; mir scheint hier ein bitteres Stück Wirklichkeit erfreulich präzise abgebildet zu sein.
Eine stilistisch und atmosphärisch beeindruckende Studie verratener Lebensentwürfe, versehen mit einem Fünkchen Hoffnung. Gefällt mir!
cnm

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