AUSSERDEM IM DEZEMBER 2025
SILENT NIGHT, DEADLY NIGHT | ANACONDA
11. Dezember
USA, Kanada 2025 | Horror, Slasher, Mystery
R./B.: Mike P. Nelson
D.: Rohan Campbell, Ruby Modine, Mark Acheson u.a.
V.: StudioCanal | 95 Min. | FSK t.b.a.
Als kleiner Junge muss Billy mitansehen, wie seine Eltern brutal von einem Mann im Weihnachtsmann-Kostüm ermordet werden. Jahre später ist er selbst als erbarmungsloser Killer unterwegs. Getrieben vom Trauma seiner Kindheit und mit seinem ganz eigenen Sinn für Gerechtigkeit wird Billy selbst zu „Santa“. Und mit jedem Türchen des Adventskalenders beginnt eine neue Nacht des Schreckens. Die Kleinstadt, in der er Unterschlupf sucht, wird zum blutigen Schauplatz seiner Abrechnung, denn in Billys Welt gilt die Regel: Wer unartig war, muss bezahlen!
Erstaunlich hochwertig ist der Look und die filmische Umsetzung eines Films, von dem ich i.d. Regel einen eher "lumpigen" oder trashigen Auftritt erwarte. Die Kamera etwa liefert überdurchschnittlich ab, die Figuren sind gar nicht mal so uninteressant gezeichnet. Doch für Jubelrufe fehlt zu viel für ein Genre-Gesamtpaket. Einmal: Originalität. Allzu vertraut ist das Konzept des rechtschaffenen Rache-Engels aus der Erfolgsserie Dexter, wie auch ein anderes Element (das hier nicht verraten wird) aus dem Franchise-Format Venom. Und selbst, wenn man mit diesen Aspekten nachsichtig ist, so fehlt doch immer noch das explizite und detailliert ausgestaltete Gemetzel jenseits von immer wieder geschwungenen Äxten und Blutzspritzern auf irgendwelchen Wänden. Dies gipfelt in einer Szene, in der das Blut so falsch aussieht, dass ich an Curry-Ketchup denke.
Ich meine es nicht allzu böse, wenn ich abschließend sage, dass die Neuaflage von Silent Night, Deadly Night ein Horrorfilm ist, in dem man es sich gemütlich machen kann.
USA 2025 | Komödie, Abenteuer | FSK 12
R.: Tom Gormican | B.: Kevin Etten, Tom Gormican
D: Jack Black, Paul Rudd, Steve Zahn, Daniela Melchior, Thandiwe Newton u.a.
100 Min. | V.: Sony Pictures Germany
Doug hat sich im Leben eingerichtet und redet sich ein, damit zufrieden zu sein, für angehende Paare (stinköde) Hochzeitsvideos zu drehen. In Wirklichkeit aber ist er nur noch ein blasser Schatten seiner selbst. Sein Kumpel aus Kindertagen, Griff, erkennt das und macht gemeinsam mit dem Freundeskreis Druck, dass sie gemeinsam den alten Traum vom Filmemachen wieder aufleben lassen und ihren absoluten Lieblingsfilm neu zu drehen: den Horrorstreifen Anaconda (Brasilien, Peru, USA 1997). Für Griff selbst stellt das Projekt auch eine Art Wiederbelebung dar, hat er doch als Schauspieler einen veritablen Karriereknick erlitten. - Endlich überwindet Doug seine Trägheit und lässt sich auf das Abenteuer ein, mit den anderen tatsächlich in den Amazonas zu fliegen, um ohne nennenswertes Budget, dafür mit Hingabe und Fantasie ihren Traum in die Tat umzusetzen. Aus Spaß wird schnell bitterer Ernst, als eine lebendige Riesen-Anaconda auftaucht und nicht nur das Projekt sondern auch das Leben aller Beteiligten zu beenden droht. Improvisation ist jetzt alles!
Film-im-Film-Filme habe ich schon immer gemocht, weil man in vielen Szenen zwei Ebenen erlebt. Hier spiegelt sich der Spaß der Crew auf dem Boot im Spaß, den das Tem beim Dreh der Komödie offenbar hatte, prickelnd wider. Der Humor steht hier eindeutig und zur Gänze im Vordergrund; wer einen Horrorfilm erwartet, wird eher nicht auf seine Kosten kommen, obwohl das gigantische Biest tatsächlich hervorragend animiert ist. Dankenswerterweise wird das beeindruckende Vieh ausgesprochen sparsam eingesetzt, sodass viel Raum für die vielen absurd komischen Situationen bleibt. - Anaconda ist eine Liebeserklärung an die Liebe zum Film, ans Filmemachen gegen jede Vernunft und an uns, die wir ins Kino gehen, um uns zurückzulehnen und uns einen ausgelassenen Gaudi zu gönnen.
cnm

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