THERAPIE FÜR WIKINGER
THERAPIE FÜR WIKINGER ★★★★☆☆
Originaltitel: Den Sidste Viking | Start: 25.12.2025 | FSK 16
Dänemark 2025
Genre: Schwarze KomödieLänge: 116 Min.
Regie: Anders Thomas Jensen
Buch: Anders Thomas Jensen
Cast: Mads Mikkelsen, Nikolaj Lie Kaas, Sofie Gråbøl, Søren Malling, Bodil Jørgensen, Lars Brygmann, Kardo Razzazi, Nicolas Bro, Peter Düring, Lars Ranthe
Buch: Anders Thomas Jensen
Cast: Mads Mikkelsen, Nikolaj Lie Kaas, Sofie Gråbøl, Søren Malling, Bodil Jørgensen, Lars Brygmann, Kardo Razzazi, Nicolas Bro, Peter Düring, Lars Ranthe
Kamera: Sebastian "Makker" Blenkov, DFF
Schnitt: Anders Albjerg Christiansen, Nicolaj Monberg
Musik: Jeppe Kaas
Schnitt: Anders Albjerg Christiansen, Nicolaj Monberg
Musik: Jeppe Kaas
Nach 15 Jahren wegen Bankraubes wird Anker aus
dem Gefängnis entlassen. Die Beute hat damals
sein Bruder Manfred vergraben, der seit seiner
Kindheit an einer Identitätsstörung leidet. Dass
er so lange auf seinen Bruder warten musste,
ist Manfred nicht gut bekommen. Er hat seine
psychische Störung weiter ausgebaut und sich
ganz und gar der Musik verschrieben. An das
Geld und daran, wo er es vergraben hat, kann sich
Manfred logischerweise nicht mehr erinnern. Anker
bringt seinen Bruder zurück in ihr gemeinsames
Elternhaus, das jetzt von einer Boxerin über Airbnb
vermietet wird, in der Hoffnung, dies könnte die
Erinnerung an sein früheres Ich auslösen. Anker
hat keine Zeit zu verlieren. Denn sein Komplize von damals, Friendly Flemming, ist ihnen auf den
Fersen und beansprucht die Beute für sich. Doch
in den dunkelgrünen Wäldern Dänemarks wartet
nicht nur ein Haufen Geld auf ihn, sondern auch der
tiefe Schmerz verletzter Kinderseelen.
Als Schwarze Komödie ist der Film etikettiert, und das sollte man höchst ernst nehmen. Tatsächlich prallen hier aberwitzige (je nach Geschmack komische) Typen bzw. Situationen und Grausamkeit der schlimmsten, konsequentesten Sorte brachial aufeinander! Am Cast besteht kein Zweifel: Mikkelsen zeichnet seinen beschränkten Manfred (der jetzt John heißen will) minimalistisch-präzise, alle anderen spielen ihm ebenbürtig, also beeindruckend (Nicolas Bro etwa ist ein vorzüglicher Schlägertyp). Wäre da nicht ein Ende, das so etwas wie Erlösung und Einsicht schenkt, wäre ich im Unfrieden mit dieser irren Mixtur, hat sich mich doch stellenweise quasi vor den Kopf geschlagen ("wie kann eine Komödie derart brutal sein?"). Kleine Durchhänger in der Filmmitte sind zwar unnötig, aber gut wegzustecken ob der Skurrilität der vielen beteiligten Figuren. - In jedem Fall wird dieser Film, diese Geschichte Sie nach dem Kinobesuch noch eine Weile verfolgen, da bin ich mir sicher.
Wer extreme Gegensätze und krasse Typen schätzt, darf Therapie für Wikinger auf keinen Fall verpassen!
cnm

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