MADAME KIKA ★★★★½☆
Originaltitel: Kika | Start: 15.01.2026 | FSK 16
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| Manon Clavel | © Little Dream Pictures |
Belgien 2025
Genre: DramaLänge: 110 Min.
Regie: Alexe Poukine
Buch: Alexe Poukine, Thomas Van Zuylen
Cast: Manon Clavel, Ethelle Gonzalez Lardued, Makita Samba, Anaël Snoek, Suzanne Elbaz, Thomas Coumans, Kadija Leclere, Bernard Blancan u.a.Kamera: Colin LévêqueSchnitt: Agnès Bruckert
Musik: Pierre Desprats
Die Sozialarbeiterin Kika, gerade erst einer eingeschlafenen Beziehung entronnen und glücklich verliebt, steht ganz plötzlich vor dem Scherbenhaufen ihres Lebens: Sie ist zum zweiten Mal schwanger, als ihr neuer Partner plötzlich stirbt und sie alleinerziehend mit ihrer Tochter ohne Bleibe da steht. Obwohl sie Arbeit hat, reicht das Geld nicht aus für die Dinge, die nun zu bezahlen sind. Völlig am Boden zerstört, bleibt ihr nichts anderes, als ihre Prioritäten neu zu setzen und unkonventionelle Wege zu beschreiten. Dass dabei schmutzige Unterwäsche, Dildos und neurotische Eltern ihren Weg ebenso kreuzen wie kollegiale Dominas, hätte sie nicht erwartet. Und vor allem letztere helfen ihr, nicht vollends unterzugehen und sich in dieser neuen Welt aus Schmerz, Macht und Lust zurechtzufinden.
Sehr geschickt: Kika ist eine absolute Identifikationsfigur, weil der Film so leicht und so postitiv beginnt. Die Konfrontation mit einem harten Schicksalsschlag kommt damit umso heftiger für uns als Zuschauende, und wir stecken mit der Hauptfigur mitten im Sumpf eines existentiellen Kampfes. Die große Leistung der Regisseurin, die gewissenhaft ihre Themen recherchiert hat ist, dass sie ihre Kika zwar auf wackligen Beinen und mittels skurriler Zufälle in die Sexarbeit wanken lässt (die Umstände sind in hier tatsächlich zwingend), dabei aber weder die Sexarbeiterinnen noch deren Kunden je an eine simple oder billige Komik verrät. Will sagen: Madame Kika erzählt vom Leben, erzählt von echten Menschen und gibt tiefe Einblicke in Welten, die aufeinander prallen, um im besten Falle einander so etwas wie Heilung aus tiefem Schmerz zu gewähren.
Madame Kika ist ein schillernder, wahrhaftiger Film darüber, wie Menschen aus der Bahn geworfen werden, den Halt verlieren - und aus ihrem Schmerz etwas Neues und Wundervolles erwachsen kann. Sehr sehenswert!
cnm
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