SMALLTOWN GIRL
SMALLTOWN GIRL ★★★★★☆
Start: 15.01.2026 | FSK 12
Deutschland 2025
Länge: 122 Min.
Regie: Hille Norden
Buch: Hille Norden
Casting: Karl Schirnhofer
Buch: Hille Norden
Casting: Karl Schirnhofer
Cast: Dana Herfurth, Luna Jordan, Vera Fay, Jakob Geßner, Jan Georg Schütte, Marcel Heuperman, Johann von Bülow, Wanja Mues u.a.
Kamera: Bine Jankowski
Schnitt: Sarah Guggolz
Musik: Lennart Saathoff
cnm
Kamera: Bine Jankowski
Schnitt: Sarah Guggolz
Musik: Lennart Saathoff
In ihrer Lieblings-Bar ist die junge Schneiderin Nore vor allem für ihre spektakulären Outfits bekannt – und dafür, mit extrem vielen Männern ins Bett zu gehen. Ausgerechnet die schüchterne Jonna schiebt sich eines Abends vor einen der Kandidaten und bietet ihr spontan an, bei sich einzuziehen. Jonna ist von Nores mystischer Aura ähnlich geblendet wie von ihrem ungezügelten Lifestyle - der allerdings auch Spuren hinterlässt im gemeinsamen WG-Leben: Alkohol, Kippen und sehr viel Herrenbesuch, der meist schwesterlich geteilt und noch vor dem Frühstück vor die Tür gesetzt wird. Die beiden Frauen haben viel Spaß – bis Jonna sich in One-Night-Stand Michel verliebt. Als Nore im Strudel ihrer Dauer-Party-Utopie unterzugehen droht, beginnt Jonna an diesem Lifestyle zu zweifeln – und den Gründen für das Verhalten ihrer besten Freundin nachzuspüren. Gemeinsam beginnen die beiden Frauen eine Reise in Nores Vergangenheit, um endlich mit der Gegenwart klarzukommen.
Nur sehr selten ist uns ein Film mit solch entschiedener, messerscharfer Regie gegönnt, die uns in jeder Szene, in jeder Figur und jedem Moment die Wahrheit um die Ohren haut und sich nicht scheut, mit einer neuen Art des Erzählens möglicherweise missverstanden zu werden. Nichts an diesem Film ist wie erwartet!
Die beiden Freundinnen vögeln um die Wette, könnte man meinen, aber die Lage ist eine ganz Andere; vor allem Nore, die Gierigere, kämpft ums Überleben und versteckt sich gleichermaßen vor den Gründen hierfür: sie will fühlen, kann es aber nicht, also betäubt sie sich mit immer mehr vermeintlichem Kontakt, vermeintlicher Lieb. Ihr stetiges Grinsen toppt in jedem Fall das eines Joker, es hat etwas Selbstmörderisches.
Hille Norden durchdringt hier einen autobiographischen Belang, das Verhältnis zwischen Mann und Frau im sexuellen Zwang und die Frage, was wir eigentlich unter Glück und Selbstbestimmung bzw. Freiheit zu verstehen haben.
Phrasen wie "du bist lieb und schön", "ich hab dich gern" gerinnen in dem Moment, in dem sie erklingen, zur Farce. Die meisten Männer hier agieren wie ferngesteuert, wenn ihnen eine Frau willig kommt, die wenigsten wollen wirklich hinsehen, wirklich verstehen, wirklich Empathie aufbringen. Da gibt es kaum einen Unterschied zwischen Täter und wohlmeinendem Freund...
Die beiden Freundinnen vögeln um die Wette, könnte man meinen, aber die Lage ist eine ganz Andere; vor allem Nore, die Gierigere, kämpft ums Überleben und versteckt sich gleichermaßen vor den Gründen hierfür: sie will fühlen, kann es aber nicht, also betäubt sie sich mit immer mehr vermeintlichem Kontakt, vermeintlicher Lieb. Ihr stetiges Grinsen toppt in jedem Fall das eines Joker, es hat etwas Selbstmörderisches.
Hille Norden durchdringt hier einen autobiographischen Belang, das Verhältnis zwischen Mann und Frau im sexuellen Zwang und die Frage, was wir eigentlich unter Glück und Selbstbestimmung bzw. Freiheit zu verstehen haben.
Phrasen wie "du bist lieb und schön", "ich hab dich gern" gerinnen in dem Moment, in dem sie erklingen, zur Farce. Die meisten Männer hier agieren wie ferngesteuert, wenn ihnen eine Frau willig kommt, die wenigsten wollen wirklich hinsehen, wirklich verstehen, wirklich Empathie aufbringen. Da gibt es kaum einen Unterschied zwischen Täter und wohlmeinendem Freund...
Smalltown Girl ist ein schillerndes Unikat. Es ist einer der wichtigsten Beiträge zum Thema Sex und Gewalt: reflektiert, offensiv, wahrhaftig. Dass er weh tut, ist das Beste, was uns passieren kann.
cnm

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