HORST SCHLÄMMER SUCHT DAS GLÜCK
HORST SCHLÄMMER SUCHT DAS GLÜCK ★☆☆☆☆☆
Start: 26.03.2026 | FSK 6
Deutschland 2026
Genre: KomödieLänge: 93 Min.
Regie: Sven Unterwaldt Jr.
Buch: Claudius Pläging
Cast: Hape Kerkeling, Meltem Kaptan, Tahnee Schaffarczyk, Laura Thomas, Jördis Triebel, Eva Habermann, Jochen Busse u.a.
Buch: Claudius Pläging
Cast: Hape Kerkeling, Meltem Kaptan, Tahnee Schaffarczyk, Laura Thomas, Jördis Triebel, Eva Habermann, Jochen Busse u.a.
Kamera: Stephan Schuh
Schnitt: Zaz Montana
Musik: Philipp Noll
Schnitt: Zaz Montana
Musik: Philipp Noll
Horst Schlämmer hat die Faxen dicke: Corona ist überstanden, die Preise steigen, die Stimmung ist allerorten wie versteinert, die Kneipen dicht, die Menschen sind am Boden. Kurzum: Deutschland hat Rücken! Und zwar im Gesicht. Also geht er auf eine große Reise mit noch größerem Ziel: Er will den Leuten ihr Lächeln zurückbringen! Doch wie wird man glücklich? Schwere Zeiten verlangen nach klaren Antworten – und weil man die in Grevenbroich nicht finden kann, begibt sich Schlämmer auf die Reise seines Lebens: Von Süddeutschland bis Sylt, von Berlin bis Büsum – per Anhalter, Krabbenkutter oder Schienenersatzverkehr. Er trifft Passanten, Promis und Psychologen, fragt knallhart nach und verliert, trotz vieler Rückschläge, nie seine Mission aus den Augen: Die Menschen wieder glücklich zu machen!
Vor zwanzig Jahren begeisterte Kerkeling die Öffentlichkeit mit seiner Kunstfigur Horst Schlämmer, der als knallharter stellvertretender Redakteur für das Grevenbroicher Tagblatt die Medien schalkhaft durchdrang, mit Alkoholwolke grenzüberschreitend sämtlichen Interviewten eindeutig zu nah kam und mit seinen flapsigen Sprüchen in Kombi mit einem grauenvollen Outfit Anarchie aufs Schönste verbreitete. Die Figur war Kult! – Selbst ein Fan von Anbeginn, freute ich mich nun sehr auf die Wiederbelebung im Kino. Und leider war die Enttäuschung groß.
Zwar ist Hape Kerkeling inzwischen im perfekten Alter und körperlicher Verfassung für diese Rolle, doch hilft dieser Umstand gar nichts. Das Dreigestirn Pläging (Buch), Unterwaldt (Regie) und Kerkeling (Akteur) versagt gewissermaßen auf ganzer Linie. Es fehlt den Dialogen an Zeitgeist und Originalität, dem Buch an der genialen Anarchie von damals und der Regie an Gespür für Tempo und die nötige Impro. Stattdessen: hausbackene Dialoge, biedere Szenarien, allzu braver Schnitt / Vertonung und – wie um auf Länge zu kommen – ständig zwischengeschnittene Spielsequenzen mit einer von Schlämmer höchst verehrten Volksschauspielerin namens Gabi Wampel, die in ihren diversen Abenteuern wiederum Kerkeling in den unterschiedlichsten Rollen zu begegnen hat. Müder geht's nimmer!
Als kleiner Hoffnungsschimmer begegnet Schlämmer dann Kerkeling selbst: hier als Autor und eitler Fatzke, doch das Potenzial dieser Idee wird ob der Masse anderer Ideen auch nur kurz abgehandelt, also lediglich gestreift. Zum Ende hin erleben wir dann in immer steigender Frequenz Szenen, die immer lauter und immer plumper werden, sich sprichwörtlich in Orgien und letztlich einer grauslig miserablen Maske (die alte Wampel) zu überbieten versuchen. Das alles ist nicht kohärent, das wirkt verzweifelt und aufs Sträflichste schludrig zusammengewürfelt.
Als kleiner Hoffnungsschimmer begegnet Schlämmer dann Kerkeling selbst: hier als Autor und eitler Fatzke, doch das Potenzial dieser Idee wird ob der Masse anderer Ideen auch nur kurz abgehandelt, also lediglich gestreift. Zum Ende hin erleben wir dann in immer steigender Frequenz Szenen, die immer lauter und immer plumper werden, sich sprichwörtlich in Orgien und letztlich einer grauslig miserablen Maske (die alte Wampel) zu überbieten versuchen. Das alles ist nicht kohärent, das wirkt verzweifelt und aufs Sträflichste schludrig zusammengewürfelt.
Mit Horst Schlämmer sucht das Glück hat sich Kerkeling womöglich selbst eine Freude gemacht – und uns eine Qual. Mit Sicherheit ein cineastischer Tiefpunkt des Jahres, einer, der hoffentlich ganz bald in Vergessenheit gerät.
cnm
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