PILLION

PILLION ★★☆☆☆☆
Start: 26.03.2026 | FSK 16
Alexander Skarsgård, Harry Melling | © ELEMENT PICTURES PLN LIMITED, BRITISH BROADCASTING CORPORATION AND THE BRITISH FILM INSITUTE, 


Großbritannien 2025
Genre: DomCom
Länge: 107 Min.
Regie: Harry Lighton
Buch: Harry Lighton
Nach: Adam Mars-Jones (Roman)
Cast: Harry Melling, Alexander Skarsgård, Douglas Hodge, Lesley Sharp, Jake Shears, Mat Hill, Nick Figgis, Zoe Engerer, Jake Sharp, Jacob Carter, Christina Carty u.a.
Kamera: Nick Morris
Schnitt: Gareth C. Scales
Musik: Oliver Coates

Colin und Ray treffen ganz zufällig in einem Pub aufeinander, und sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Dennoch erkennen sie einander, denn ihre Bedürfnisse passen: der eine will dominiert werden (und weiß es noch nicht), der andere will dominieren. Colin ist ein Jungspund, ein schüchternes, im Acapella-Chor singendes Mauerblümchen mit Wuschelhaar, Ray ein stiller, gut aussehender Biker. Ray nimmt nach kurzem Abchecken Colin mit und bedient sich an ihm. So soll die "Beziehung" weiter gehen: Colin darf putzen, kochen und einkaufen, die Nächte darf er vor Rays Bett auf dem Boden verbringen. Seine Familie und Freunde (Colin ist längst geoutet) sind alle neugierig auf den geheimnisvollen Fremden, wollen ihn willkommen heißen. Doch hier beginnt die programmierte Unmöglichkeit der Verbindung sich bereits zu zeigen... 

Auf diesen ungewöhnlichen Film war ich besonders neugierig – und bin entsprechend besonders enttäuscht. Mit einer befremdlichen Mischung aus Softporno, stillem Humor, also Komödie und Drama war es mir unangenehm, einen Film zu erleben, der mir vorkommt wie die Zurschaustellung einer Sub/Dom-Beziehung, die kein Spiel, sondern Lebensmodell ist, ähnlich einer Kuriosität im Zirkuszelt. Wir im Kinosaal dürfen also staunen, befremdet sein, lachen. Und vor allem: uns distanzieren. Dieses Konzept scheint mir ärgerlich undifferenziert und vordergründig.

Bemerkenswerterweise waren letztlich die Eltern Colins emanzipierter als der Sohn und der dominante Ray wesentlich uninteressanter als sein Sub. Er wird allein auf die Eigenschaften reduziert, gut auszusehen und im Grunde nicht verfügbar zu sein, während er aber das Sagen hat. Würden wir eine Hetero-Beziehung erleben, in der die Frau einkaufen geht, kocht, putzt und auf dem Boden schläft, wäre die Empörung wohl groß. Aber ich frage: wo ist bitte der Unterschied? Ich möchte betonen, dass ich nicht über Sub/Dom-Beziehungen – von denen ich nichts verstehe – urteile. Sie als komödiantische Unterhaltungsnummer herzunehmen, ist mir allerdings zuwider.

Wenn eine der zentralen Fragen des Films lautet: "Kannst du kochen?", sind wir wieder in den 1950er Jahren (wenn auch unter anderen Vorzeichen). Damit ist wohl kaum etwas gewonnen.

cnm 

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