SIRI HUSTVEDT – DANCE AROUND THE SELF

SIRI HUSTVEDT – DANCE AROUND THE SELF ★★★★★
Start: 02.04.2026 | FSK 12
Siri Hustvedt | © Medea Film Factory / Dschoint Ventschr / Meret Madörin



Deutschland, Schweiz 2026
Genre: Dokumentarfilm, Porträt
Länge: 115 Min.
Regie: Sabine Lidl
Buch: Sabine Lidl
Mit: Siri Hustvedt, Paul Auster u. WegbegleiterInnen

Jung, neugierig und voller Tatendrang verlässt Siri Hustvedt ihre Heimat Minnesota und stürzt sich mitten hinein ins pulsierende New York. Auf der Suche nach der Hauptfigur ihres ersten Romans beginnt eine Reise, die sie nicht nur zur Schriftstellerin macht, sondern zu einer der wichtigsten Stimmen der amerikanischen Gegenwartsliteratur. Der Film öffnet einen Blick weit über Siri Hustvedt hinaus und feiert die kämpferische Kreativität von Künstlerinnen, denen die Autorin sich verbunden fühlt. Zugleich erzählt das Porträt die einzigartige Liebesgeschichte eines legendären Autorenpaares aus Brooklyn: Siri Hustvedt und Paul Auster. Doch während die beiden über Sprache, Identität und die Kraft der Worte nachdenken, bricht das Leben herein: Paul Auster wird schwer krank. Auch nach seinem Tod endet die gemeinsame Geschichte nicht: Siri Hustvedt beginnt den Verlust ihres „Lebensmenschen“ im Buch „Ghost Stories: Ein Buch der Erinnerung“ literarisch zu verarbeiten. (Press-info)

Ich ging vollkommen unbedarft an diese Doku heran, ohne größere Erwartungen. Doch Siri Hustvedt ist derart klug, bedacht, bescheiden und wach zugleich, dass mir schien, das Anschauen käme einer gleich, sich vollkommen einzulassen. Hustvedt weiß nicht, wie so viele Intellektuelle, alles besser, sondern sie stellt Fragen, ist fragil und stark zugleich, ihr fehlt jedes (falsche) Pathos, sie schaut auf das Leben, wie es ist: mit allen Freuden und den Verlusten und dem Schmerz. Es geht nicht anders: man muss ihr einfach gebannt zuhören. Dies Porträt ist dazu noch kunstvoll mit schlichten Animationen versehen, die dem Film bei mancher Schwere immer etwas Leichtes, Poetisches verleihen.

Momentweise konnte ich mich gar in ihren Statements wiederfinden, wenn sie etwa sagt, sie könne eigentlich nur aus der Ich-Perspektive schreiben, sie wolle sich nicht den Anschein einer vermeintlichen Objektivität geben. Gar hat mich diese Frau fühlen lassen, was in mir noch lebendig sein will und sich zu gerne tot stellt.

Siri Hustvedt – Dance Around The Self ist ein zutiefst menschliches Dokument um den Umgang mit dem Leben; ein Dokument für alle Zeit.

cnm 

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