MEIN FREUND POLY
MEIN FREUND POLY ★★★★★☆
Originaltitel: Poly | Kinostart: 17. Juni 2021 | FSK 0
Frankreich, Belgien 2020
Genre: Kinderfilm, Abenteuer, FamilieLänge: gut 100 Min.
Regie: Nicolas Vanier
Buch/Adaption: Nicolas Vanier, Jérôme Tonnerre, Maxime Giffard
Buch/Adaption: Nicolas Vanier, Jérôme Tonnerre, Maxime Giffard
Darsteller: Elisa de Lambert, Julie Gayet, François Cluzet, Patrick Timsit u.a.
Kamera: Christophe Gaillot
Kamera: Christophe Gaillot
Produktionsdesign: Sébastian Birchler
Schnitt: Raphaële Urtin
Musik: Eric Neveux
Schnitt: Raphaële Urtin
Musik: Eric Neveux
Nach der Trennung ihrer Eltern ziehen die 10jährige Cécile und ihre Mutter von Paris aufs Land, in ein kleines südfranzösisches Dorf. Die Kleine ist deprimiert, musste sie doch ihr altes Leben, Schule und Freunde, hinter sich lassen. Auch findet sie bei den Kindern im Dorf nicht wirklich Anschluss. Glücklicherweise durchbricht ein Wanderzirkus die Tristesse, und das Mädchen schummelt sich in eine Vorstellung. Sogleich verliebt sie sich in die Hauptattraktion, das Shetland Pony Poly, das ein erstaunlich mutiges Kunststück vollführt. Gleich danach muss sie jedoch beobachten, wie das Tier zu dem Affenzirkus gezwungen und heftigst drangsaliert wird. Bestürzt wie sie ist, beschließt sie, das Tier um jeden Preis zu retten.
Mit Poly ist ein großer Wurf fürs Kinderkino gelungen! Schon wegen der im Breitwandformat liebevoll komponierten, aufwändigen Bilder und einer Figurenpsychologie, die für Kinder naiv genug ist, ohne sie für dumm zu verkaufen, sollte der Spielfilm auch den erwachsenen Begleitern* großen Spaß machen. Ruhige und melancholische Momente wechseln mit pfiffiger Action (bisweilen leider etwas unrealistisch, aber sehen wir's als Märchen) so gekonnt, dass trotz der üppigen Filmlänge keine Langeweile droht.
Die Geschichte spielt in den 60er Jahren, was viele Vorteile bringt. Einmal gibt es den entsprechenden nostalgischen Look in Mode (!) und Autos (!), weiter streift die Geschichte auch das Verhältnis der Geschlechter und den Stand einer getrennt lebenden Frau zu jener Zeit, und nicht zuletzt bleibt uns die Omnipräsenz digitaler Kommunikation erspart. Die Kinder erleben ihre Abenteuer draußen, in echt!
En passant wird transportiert, dass bedenkenloser Fleischkonsum nicht unbedingt begrüßenswert ist: ein feiner Nebeneffekt. Diese Story funktioniert m.E. universell, also sicherlich über die Zielgruppe "Pferde-Begeisterte" weit hinaus. Zum Neustart des Kinobetriebs wünsche ich gerade Poly zahllose kleine und große staunende Augen.
Ein Film für die ganze Familie, das sagt man so schnell... aber hier trifft es wirklich zu.
Absolute Empfehlung.
Absolute Empfehlung.
cnm

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