BEAUTIFUL BEINGS
BEAUTIFUL BEINGS ★★★★★★
Originaltitel: Berdreymi | Filmstart: 10.11.2022 | FSK 16
Island, Dänemark, Niederlande, Tschechien 2022
Länge: rund 120 Min.
Regie: Guðmundur Arnar Guðmundsson
Buch: Guðmundur Arnar Guðmundsson
Buch: Guðmundur Arnar Guðmundsson
Cast: Birgir Dagur Bjarkason, Áskell Einar Pálmason, Viktor Benóný Benediktsson, Snorri Rafn Frímannsson, Aníta Briem, Ísgerður Gunnarsdóttir, Ólafur Darri Ólafsson
Kamera: Sturla Brandth Grøvlen
Schnitt: Andri Steinn Guðjónsson & Anders Skov
Musik: Kristian Eidnes Andersen
Kamera: Sturla Brandth Grøvlen
Schnitt: Andri Steinn Guðjónsson & Anders Skov
Musik: Kristian Eidnes Andersen
Irgendwo in einer kleinen isländischen Küstenstadt lebt Balli völlig verwahrlost mit seiner kaputten Mutter in einer Schrottbude. Er stinkt, ihm ist alles egal, in der Schule wird er herumgestoßen. Besonders die Clique bestehend aus Addi, Siggi und Konni (alle sind um die 15) vermöbeln das willkommene, verschüchterte Wesen mit schöner Regelmäßigkeit. Als sie den Schwächling zuhause aufsuchen und seine Lebenssituation erkennen, keimt spontan so etwas wie Mitleid auf, und Balli wird in einem schleichenden Prozess Teil der Gang. Sie verbringen ihre Zeit mit Abhängen, dummen Sprüchen, Drogen und - das ist das Wichtigste - Gewalt. Sie müssen ihre Traumata und Perspektivlosigkeit abreagieren, da schlagen sie nicht nur andere, sondern auch einander. - Während dieser Eskapaden entwickeln sich jedoch auch solidarische Bande, Empathie und so etwas wie Liebe. Denn die Welt, in der sie alle leben, bot ihnen seit je zu wenig davon.
So wie der Regisseur / Autor seinen eigenen Träumen und der eigenen Biographie, dem Aufwachsen in einer Arbeiterfamilie, folgt, so folgen auch seine Figuren der eigenen Nase, ihren Träumen, ihrem Instinkt. Immer darum bemüht, irgendwie die Hölle ihrer gegenwärtigen Umstände zu überleben. Die Inszenierung und die Magie seiner Bilder haben dabei eine derart umwerfende Selbstverständlichkeit, dass mensch bald vergessen kann, dass es sich hier um einen Spielfilm handelt. Somit werden wir Zuschauenden befähigt, einer Bande von zynischen Schlägern gegenüber ein hohes Maß an Empathie zu entwickeln. Klingt verrückt, klingt absurd? Schauen Sie sich den Film an, und Sie werden erleben, was ich meine.
Mit seiner Milieubeschreibung jenseits allen Sozialkitsches kommt Guðmundsson locker an die besten Filme von Martin Scorsese heran. Fantastisch!
cnm
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