IL BUCO - EIN HÖHLENGLEICHNIS
IL BUCO - EIN HÖHLENGLEICHNIS ★★★★☆☆
Originaltitel: Il buco | Filmstart: 10.11.2022 | FSK -
Italien, Frankreich, Deutschland 2021
Länge: rund 90 Min.
Regie: Michelangelo Frammartino
Buch: Michelangelo Frammartino, Giovanna Giuliani
Buch: Michelangelo Frammartino, Giovanna Giuliani
Cast: Paolo Cossi, Jacopo Elia, Denise Trombin, Mila Costi, Angelo Spadaro, Claudia Candusso, Carlos José Crespo
Kamera: Renato Berta
Schnitt: Benni Atria
Sound: Simone Paolo Olivero
Kamera: Renato Berta
Schnitt: Benni Atria
Sound: Simone Paolo Olivero
Zu Beginn der 1960er Jahre wurde im südlichen Italien eine Höhle (ital.: il buco) erkundet, die sich zur Erdoberfläche nur durch eine unspektakuläre Öffnung zeigte. Unter großem Aufwand stieg eine Mannschaft hinab und stellte fest, dass die unterirdische Schlucht knapp 700m tief war. Frammartino stellt diesen Abstieg ohne Dialoge und auch ohne off-Kommentare quasidokumentarisch dar. Bild und Aktion wirken hier in langen Einstellungen wie eine Meditation über Mensch und Natur im Einklang. Parallel hierzu - und nicht minder langsam - beobachten wir einen Hirten mit der Aura eines alten Baumes, der im Sterben begriffen sein wird.
Der faszinierenden Naturbilder wegen sollten Sie diesen Hybrid aus Inszenierung und Doku nur und ausschließlich auf der größten Leinwand in einem Kinosaal genießen, sodass ins Bild "eingetaucht" werden kann. Und Sie sollten offen sein für unkonventionelle Erzählweisen, für Kontemplation und Sinnbildhaftigkeit. Mich persönlich hat diese höchst anspruchsvolle Art der Erzählung - ich gestehe - ein wenig überfordert, woran zu erkennen ist, mit wieviel völlig überladenen Filmen wir seit langer Zeit überversorgt sind.
Der Abstieg in eine hunderte Meter tiefe Höhle in Süditalien vor 60 Jahren, inszeniert wie eine Doku. Ruhig und intensiv.
cnm

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