PAMBARA - BRAUCHEN WIR EINEN BOSS?
PAMBARA - BRAUCHEN WIR EINEN BOSS? ★☆☆☆☆☆
Filmstart: 12.10.2023 | FSK 6
Deutschland 2023
Länge: 105 Min.
Kamera, Buch, Schnitt: Matto Barfuss
Dokumentarist und Artenschützer Matto Barfuss hat sich wiederholt auf den Weg gemacht, uns Tiere der Wildnis (hier: Afrika) im Wortsinn nahe zu bringen. Das ist zunächst eine Leistung, denn Tiere aus nächster Nähe zu erleben, ihre Lebensbedingungen und Verhalten genau studieren zu können, ist immer eine besondere Gelegenheit zu staunen und zu lernen. Nicht so hier.
Barfuss nutzt das Medium Film, um uns neben den vielen hübschen Bildern vor allem eines zu liefern: Einblick in seine wirre Gedankenwelt. Was hängt wie zusammen, es war doch einmal alles so friedlich, die Natur so gesund - und wird jetzt kaputt gemacht, ach schau, da wird ein Opfer zerfleischt, so ist das halt in der Wildnis.
Mittels overvoice gibt er den Tieren eine "Stimme", was nur leider erschreckend naiv wirkt (und selbst oder gerade für Kinderohren ungeeignet ist), vor allem, weil nicht wenige seiner Ausschweifungen dem Geist der 1950er Jahre (zum Beispiel über das Geschlechterverhältnis) zu entstammen scheinen.
Über die Erdmännchen lernen wir beispielsweise konkret rein gar nichts, außer, dass sie possierlich auf Hügeln herumstehen und in die Ferne schauen können.
Über die Erdmännchen lernen wir beispielsweise konkret rein gar nichts, außer, dass sie possierlich auf Hügeln herumstehen und in die Ferne schauen können.
Stattdessen: pseudopolitisches Geschwafel auf Stammtischniveau, ohne Struktur, ohne Fundament. Er geriert sich damit wie einer, der halt auch mal was gesagt haben will zur Lage der Welt.
Schicken Sie vor allem nicht Ihre Kleinen in diesen Film - die Tötungs- und Fressszenen sind unnötig konkret, und niemand wird aus dem gedanklichen Durcheinander irgendetwas lernen. Gute Absichten ergeben leider nicht zwangsläufig einen guten Film.
cnm

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