THAT'S WHY THE LADY IS A CHAMP

THAT'S WHY THE LADY IS A CHAMP ★★★★★☆
Originaltitel: CHRISTY | Start: 03.09.2026 | FSK 16
Sydney Sweeney | © Tobis



USA 2025
Genre: Biopic, Porträt
Länge: 135 Min.
Format: Cinemascope
Regie: David Michôd
Buch: Mirrah Foulkes, David Michôd
Nach: Katherine Fugate
Casting: Ellen Lewis, Kate Sprance
Cast: Sydney Sweeney, Ben Foster, Coleman Pedigo, Merritt Wever, Ethan Embry, Jess Gabor, Chad L. Coleman, Bryan Hibbard, Katy O'Brian, Tony Cavalero, Bill Kelly, Gilbert Cruz u.a.
Kamera: Germain McMicking
Schnitt: Matt Villa
Musik: Antony Partos

West Virginia, Ende der 1980er: Die rebellische Christy trotzt allen kleinbürgerlichen Konventionen der
amerikanischen Provinz und lässt sich nicht den Mund verbieten. Zum Missfallen ihrer konservativen Mutter stellt sie ihr schlagkräftiges Talent auch im Boxring unter Beweis. Mit ungezügelter Energie, geballten Fäusten und knallharter Disziplin erregt die junge Frau in dieser männerdominierten Welt schnell Aufsehen. Als der erfahrene Trainer und Manager Jim Martin sie unter seine Fittiche nimmt, steigt sie zur Knockout-Königin auf, die schon bald große Arenen füllt. Auch privat werden die beiden ein Paar und heiraten. Doch hinter den Kulissen entwickelt sich ihre Beziehung zu einem wahren Albtraum. Jim, misstrauisch und machtbesessen, kontrolliert jeden ihrer Schritte und finanziert seinen extravaganten Lebensstil mit ihren Preisgeldern. Während Christy im Boxsport als Champion triumphiert, ringt sie abseits des Rampenlichts verzweifelt um Selbstbestimmung und letztlich sogar ums nackte Überleben. Um sich aus dieser Spirale der Gewalt und Manipulation zu befreien, muss sie sich dem härtesten Kampf ihres Lebens stellen…

Dies ist ein Film über den Erfolg und das Elend einer Boxerin, nicht zuletzt aber auch ein Film über systemischen Missbrauch. Es wird einem schon unbehaglich, wenn der Trainer gleich zu Beginn des Arbeitsverhältnisses seine Hand wie selbstverständlich auf die Schulter der Protagonistin legt. In einer so kleinen Geste kann schon vermittelt werden: Du gehörst mir! Und ja, selbst die Mutter (mal wieder großartig gespielt von Merritt Wever) ist unterstützender Teil des Systems, in dem eine Frau hinter einem nach außen funktionierenden Konstrukt einzustecken und zu funktionieren hat. Der Film ist insgesamt eh in allen Parts hervorragend gespielt, allen voran von Sydney Sweeney in ihrer Rolle als lesbisch liebende Frau, die ihr eigenes Sein ab einem bestimmten Punkt komplett verleugnet, sich selbst verdreht und homophob herumflucht.

Dieser quasi automatisch ablaufende Prozess eines vermeintlichen Erfolgs ist von außen wie von innen betrachtet (die Hauptfigur ist auf eine Art Opfer und Täterin zugleich) monströs und lehrt und einmal mehr: Männer sind ein großes Übel und werden es immer sein!

That's why the Lady is a Champ ist ein wertvoller Beitrag zur feministischen Debatte und zu queerem Leben in einer Gesellschaft, die sich partout nicht fortschrittlich zeigen will. Sehr sehenswert!

cnm 






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