ONE NIGHT ONLY

ONE NIGHT ONLY ★★☆☆☆☆
Start: 27.08.2026 | FSK 12
Monica Barbaro, Callum Turner | © Universal Pictures Germany



USA 2026
Genre: Komödie
Länge: 102 Min.
Format: Cinemascope
Regie: Will Gluck
Buch: Travis Braun
Casting: Dann Fink, Chiara Mazzanti, Sophia Welch
Cast: Monica Barbaro, Callum Turner, Maya Hawke, Molly Ringwald, Levar Burton, Julia Fox, Charlie Gillespie, Michelle Hurd, King Princess, Quintessa Swindell u.a.
Kamera: Yaron Orbach
Schnitt: Tia Nolan, ACE
Musik: Este Haim, Christopher Stracey

In den USA ist es Singles und nicht verheirateten Paaren nur noch an einem Tag im Jahr erlaubt, Sex zu haben. Doch was machst du, wenn du in der unromantischsten Nacht des Jahres auf der Suche nach echter Liebe bist? So ergeht es Allie und Owen, die zu Beginn der Geschichte noch keinen Plan haben, wie dieser besondere Tag für sie verlaufen wird. Allie sucht im Prinzip ihren Prinzen, Owen hatte die Nacht mit seiner Freundin eingeplant, doch die eröffnet ihm, dass sie sich – ohne ihn jedoch zu verlassen – jetzt einmal anderweitig umsehen, gewissermaßen Erfahrungen sammeln will. Völlig durch den Wind begegnet Owen auf der Straße per Zufall Allie. Und gleich die erste vage Annäherung läuft komplett aus dem Ruder – so dass beide ziehen weiterziehen. Doch der Zufall, das Schicksal oder wie immer man es nennen will hat für die beiden einen Plan.

Die Idee für diese sweete kleine RomCom ist mutig wie ihre Durchführung verhängnisvoll. Eines sag ich gleich vorweg: für die anvisierte Zielgruppe wird sie funktionieren und wohl auch Kasse machen. Die Chemie zwischen den beiden Liebe-auf-ewig-Kandidaten (optimal gecastet: Barbaro, Turner) stimmt, beide sind charmant, bodenständig und ausgesprochen attraktiv. Dass die Story dagegen eine Abfolge aus belanglosen, semi-peinlichen Vorkommnissen aufbietet, ist nicht das größte Problem des Films. Dann wäre er bloß einer von vielen Feel-Good-Popcorn-Treats.

Nein, hinter dieser Geschichte steckt ein zutiefst konservatives, rückwärts gewandtes Spießer-Amerika, ganz im Sinne der aktuellen Administration. Noch dazu strotzt es vor Sexismus und Logik-Löchern. Im Einzelnen:

Die Frauen haben laut Drehbuch/Kostüm allesamt auszusehen wie Edelprostituierte – hautenge Pailletten_Minikleider, High Heels als Standardschuh. Emanzipation adieu. Die Mutter von Owen sieht – ganz nebenbei bemerkt – aus wie seine ältere Schwester und ist dagegen eingerichtet wie eine Uroma aus dem Bilderbuch. Ergo: Leute in den 30ern sind alt, ihre Elterngeneration wird für scheintot erklärt, darf aber noch sprechen und muss verdammt nochmal gut aussehen. Wozu?

Queere Menschen dürfen zwar vorkommen, allerdings eher als Lesben (keine Bedrohung, na klar); schwule Männer sind lediglich im Hintergrund zu erahnen, werden also ausgeblendet.
Stellen wir uns eine Gesellschaft vor, in der per Gesetz der Sex weitgehend verboten wird. Wie, meinen wir, würden die jungen Menschen reagieren? Richtig, sie würden rebellieren. Nicht so hier. Alle leben in Frieden mit diesem dämlichen Eingriff. – Was beim The Purge-Franchise noch spannende Gesellschaftskritik ist (Eine Nacht im Jahr sind Verbrechen bis hin zum Mord legal bzw. unbestraft, das endet in einem Massaker), kommt hier als Moralkeule daher: Durch die Maßnahmen, wird zu Beginn konstatiert, sinken die Zahlen an Infektionen alle Art gegen null. Wie wunderbar! So wird eine Schöne Neue Welt als machbar und akzeptabel etabliert. Donald Trump dürfte das feiern.

Aus einem gewaltigen Potential für eine völlig überdrehte, bissig-hysterische Satire machen Buch/Regie nicht viel mehr als den üblichen "Kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht"-Schmonz. Da ist dann als Schmunzler gedacht, dass Kondome im Späti mal eben 200 $ kosten, der großen Nachfrage wegen, versteht sich, und dass der Kampf um dieselben auch gern mal in Sachbeschädigung und körperlichem Übergriff mündet. Hallo? Als wenn sich unter diesen Umständen nicht alle Welt für den Tag X längst mit dutzenden von Kondomen eingedeckt hätte! Kompletter Blödsinn.

Ich beende meine Schimpftirade. One Night Only ist eine verlässlich flache Popcorn-RomCom mit sehr bedenklichem 1950er-Ethos; und wenn Sie nicht mehr erwarten, als schönen Menschen dabei zuzusehen, wie sie sich einem autoritären System beugen und nach der einen Person suchen, an die sie sich für immer halten können, sind Sie hier bestens bedient.

cnm 

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