SPAZIERGANG NACH SYRAKUS
SPAZIERGANG NACH SYRAKUS ★★½☆☆☆
Start: 20.08.2026 | FSK 6
Deutschland 2026
Genre: SpielfilmLänge: 98 Min.
Format: Scope 2K
Regie: Lars Jessen
Buch: Heide Kersten, Andreas R. Kersten
Buch: Heide Kersten, Andreas R. Kersten
Nach: Friedrich Christian Delius ("Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus")
Casting: Marion Haack
Casting: Marion Haack
Cast: Charly Hübner, Lina Beckmann, Thorsten Merten, Bruno Di Chiara, Jens Münchow, Tom Jahn, Max Tuveri, Christian Näthe, Mélanie Fouché, Anna Unterberger, Moritz Vierboom, Dagmar Sachse u.a.
Kamera: Kristian Leschner
Schnitt: Sebastian Thümler
Musik: Jakob Ilja, Benjamin Drees
Kamera: Kristian Leschner
Schnitt: Sebastian Thümler
Musik: Jakob Ilja, Benjamin Drees
Einmal nach Syrakus und zurück – davon träumt Paul Gompitz. Mit einer Reise nach Sizilien will er auf den Spuren des Dichters Johann Gottfried Seume wandeln. Da gibt es nur ein Problem: Wir schreiben das Jahr 1982 und Paul lebt in der DDR. Alle Versuche, eine offizielle Genehmigung für seine Ausreise zu bekommen – Besuchsreise zu seiner Cousine? Die Mitgliedschaft in der Liga für Völkerfreundschaft? Eine Studienreise? – werden abgelehnt! Was bleibt ihm anderes übrig? Paul muss seine Flucht planen. Was die Sache nicht einfacher macht: Er will danach auch wieder nach Hause zurück. Zurück nach Rostock, zur Ostsee, zu seiner Frau Anne. Paul ersinnt über Jahre einen riskanten Plan...
Es ist ein höchst seltsames Phänomen. Trotz meines Vertrauens in die Fähigkeiten von Regie, Cast und Crew (ich denke etwa an Mittagsstunde) hat der Film mich mehr gelangweilt als mitgenommen. Dabei sind doch gerade die kleinen Geschichten, die einer Zeitungsnotiz entstammt sein könnten (hier: Paul Gompitz waghalsige DDR-Flucht aus einem Roman von Friedrich C. Delius, nachempfunden den Erlebnissen des echten Klaus Müller) manchmal die besten Stoffe, um eine packende Story auf die Leinwand zu bringen. Und weiter hat speziell diese Geschichte das ungeheure Potenzial, auf berührende Weise der schwierigen Frage nach Freiheit und Grenzen auf den Grund zu gehen: was bedeutet Freiheit, wenn sie beschnitten wird? Wie steht sie im Verhältnis zum persönlichen Glück? Ist die innere oder die äußere Freiheit entscheidend? Ist Zugehörigkeit die eigentliche Freiheit...
Doch nach meinem Erleben hat dieser Film – von sehr wenigen Momenten abgesehen – wenig Magie, arbeitet wie tonlos die einzelnen Erzählstationen ab, erzeugt kaum Spannung, Herzschmerz, kaum die Möglichkeit, an den Figuren anzudocken. Allzu stumpf, behäbig und klischeehaft sind gerade die vermeintlich erhabenen Momente (er steht vor einer Landschaft und ruft lachend: "Buongiorno, bella Italia!", später reibt er den ersten Parmesan auf seine Nudeln und sich die Tränen aus den Augen), wirken ehrlich gesagt wie abgearbeitet und schlagen so gar keine Funken.
Spaziergang nach Syrakus gleicht – trotz der offensichtlichen Liebe des Gespanns Jessen-Hübner-Beckmann zu ihrem Projekt – eher einem Osterspaziergang mit Tante Olga durch Castrop-Rauxel als einer erhabenen und erhebenden inneren Reise. Geeignet für alle KinogängerInnen, die es beschaulich mögen.
cnm

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