STILLER

STILLER ★★★½☆☆
Start: 30.10.2025 | FSK 12
Marius Ahrendt, Albrecht Schuch | © StudioCanal



Schweiz, Deutschland 2025
Genre: Drama, Literaturverfilmung
Länge: 99 Min.
Regie: Stefan Haupt
Buch: Alex Buresch, Stefan Haupt
Nach: Max Frisch
Casting: Alex Montag
Cast: Albrecht Schuch, Paula Beer, Sven Schelker, Max Simonischek, Marie Leuenberger, Stefan Kurt, Martin Vischer, Marius Ahrendt
Kamera: Michael Hammon
Schnitt: Franziska Köppel
Musik: David Hohl

Bei einer Zugreise durch die Schweiz wird der US-Amerikaner James Larkin White an der Grenze festgenommen. Der Vorwurf: Er sei der vor sieben Jahren verschwundene Bildhauer Anatol Stiller, der wegen seiner Verwicklung in eine dubiose politische Affäre gesucht wird. White bestreitet sowohl die falsche Identität als auch die Schuld und beharrt darauf, nicht der Vermisste zu sein. Um ihn zu überführen, bittet die Staatsanwaltschaft Stillers Frau Julika um Hilfe. Aber auch sie vermag ihn nicht eindeutig zu identifizieren. In Erinnerungen wird mehr und mehr die Beziehung des Ehepaars offengelegt. Auch der Staatsanwalt entdeckt eine überraschende Verbindung zu dem Verschwundenen. Was ist damals passiert, und wer ist Stiller wirklich?

Die filmische Umsetzung des Romanklassikers von Max Frisch um die philosophische Frage nach der Echtheit der eigenen Identität leuchtet hauptsächlich des Stoffes wegen, der ihr zu Grunde liegt. Die konkrete Umsetzung dümpelt indes vor sich hin, dass es eine Art hat. Vom Willen nach Bedeutung offensichtlich getrieben, versackt der Film in unnötiger Langsamkeit, stolpert über heutige Wortwahl im Dialogbuch, fällt unangenehm auf durch schlampige Artikulation (Beer), unnötig verschleppten Schnitt und einen – wie mir scheint – willkürlichen Wechsel von Farbe und Schwarzweiß in den zahlreichen Rückblenden. Positiv fällt lediglich einiges Schauspiel (Schuch, Leuenberger) auf, sowie kleine, irritierende Kunstgriffe wie etwa der, die eine zentrale Figur in derselben Szene von zwei Schauspielern spielen zu lassen. Immerhin vermag die musikalische Untermalung den Film noch gut zu stützen.

Was vom Film bleibt, ist die zeitlos tiefgründige Frage danach, ob wir sein wollen, wer wir sind, ob wir überhaupt zu jeder Zeit nur eine Person sind und ob wir diesbezüglich überhaupt eine Wahl haben. Kein ganz unbedeutender Film, aber auch kein großer.

cnm 

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