MIT LIEBE UND CHANSONS
MIT LIEBE UND CHANSONS ★★★☆☆☆
Originaltitel: Ma Mère, Dieu et Sylvie Vartan | Start: 27.11.2025 | FSK 0
Frankreich 2025
Genre: Spielfilm, BiopicLänge: 103 Min.
Regie: Ken Scott
Buch: Ken Scott
Casting: Michaël Laguens, Marie-France Michel
Casting: Michaël Laguens, Marie-France Michel
Cast: Leïla Bekhti, Jonathan Cohen, Joséphine Japy, Sylvie Vartan, Jeanne Balibar, Lionel Dray, Naïm Naji, Milo Machado-Graner, Anne Le Ny, David Ayala
Kamera: Guillaume Schiffman
Schnitt: Dorian Rigal-Ansous, Yvann Thibaudeau
Musik: Nicolas Errèra
Kamera: Guillaume Schiffman
Schnitt: Dorian Rigal-Ansous, Yvann Thibaudeau
Musik: Nicolas Errèra
Nach einer wahren Geschichte.
Paris in den 1960er Jahren: Esther Perez bringt ihr sechstes Kind zur Welt, den kleinen Roland. Er wird mit einer Fehlbildung am Fuß geboren, und die Ärzte sind sich sicher, dass Roland niemals richtig wird laufen können. Doch Esther ist eine starke und sture Frau, die ihre eigenen Entscheidungen trifft. Entgegen aller ärztlicher Überzeugung verspricht sie Roland, dass er an seinem ersten Schultag wie alle anderen Kinder auf eigenen Beinen in die Schule gehen und ein glücklicher Mensch sein wird. Ab sofort setzt sie alles daran, ihr Versprechen zu halten: sie schleppt Roland von Orthopäde zu Heilerin und wieder zurück.
Alle Mühe scheint vergebens, bis der Familie auffällt, wie stark Roland auf die Chansons der Diva Sylvie Vartan reagiert. Musik als Therapie? Einen Versuch wäre es wert!
Paris in den 1960er Jahren: Esther Perez bringt ihr sechstes Kind zur Welt, den kleinen Roland. Er wird mit einer Fehlbildung am Fuß geboren, und die Ärzte sind sich sicher, dass Roland niemals richtig wird laufen können. Doch Esther ist eine starke und sture Frau, die ihre eigenen Entscheidungen trifft. Entgegen aller ärztlicher Überzeugung verspricht sie Roland, dass er an seinem ersten Schultag wie alle anderen Kinder auf eigenen Beinen in die Schule gehen und ein glücklicher Mensch sein wird. Ab sofort setzt sie alles daran, ihr Versprechen zu halten: sie schleppt Roland von Orthopäde zu Heilerin und wieder zurück.
Alle Mühe scheint vergebens, bis der Familie auffällt, wie stark Roland auf die Chansons der Diva Sylvie Vartan reagiert. Musik als Therapie? Einen Versuch wäre es wert!
Zwei Herzen schlagen in meiner Brust, was diesen Film betrifft. Er soll offenbar ein Rührstück sein – und das ist er auch. In wunderschönen Bildern und auf den Punkt, mit Verve und Herzblut gespielt, kann man sich der Story kaum entziehen und fiebert mit Mutter, mit der Familie und für den kleinen Jungen mit. Dass verschiedene Genres mitschwingen (Tragikomödie, Feel-Good, ja sogar ein wenig Horror), gibt dem Film eine prickelnde Energie. Somit ist Mit Liebe und Chansons unbedingt ein Film für das große Publikum.
Doch auch, wenn hier eine wahre Geschichte erzählt wird, scheint mir die Heiligsprechung einer Mutter (bzw. alles Mütterlichen) problematisch. Wir haben es hier mit einer Helikopterüberwachung, mit einer Vereinnahmung des Jungen zu tun, die per se als erwünscht und willkommen eingestuft wird. Mit ihrer Ambition: "Der Junge wird kein Krüppel sein" (ja: Krüppel ist hier die Wortwahl), etikettiert Muttern die Behinderung des Sohnes als etwas, was geheilt, also abgeschafft gehört. Entweder ist der Junge "gesund", oder er wird ein unglücklicher Mensch sein. Diese Aussage scheint mir tendenziell ableistisch, auch wenn die Intention der Filmschaffenden sicher eine andere war. Ich meine, diesen Aspekt müssen wir bedenken, bevor wir dem Film bzw. der Geschichte applaudieren.
Doch auch, wenn hier eine wahre Geschichte erzählt wird, scheint mir die Heiligsprechung einer Mutter (bzw. alles Mütterlichen) problematisch. Wir haben es hier mit einer Helikopterüberwachung, mit einer Vereinnahmung des Jungen zu tun, die per se als erwünscht und willkommen eingestuft wird. Mit ihrer Ambition: "Der Junge wird kein Krüppel sein" (ja: Krüppel ist hier die Wortwahl), etikettiert Muttern die Behinderung des Sohnes als etwas, was geheilt, also abgeschafft gehört. Entweder ist der Junge "gesund", oder er wird ein unglücklicher Mensch sein. Diese Aussage scheint mir tendenziell ableistisch, auch wenn die Intention der Filmschaffenden sicher eine andere war. Ich meine, diesen Aspekt müssen wir bedenken, bevor wir dem Film bzw. der Geschichte applaudieren.
Eine Diskussion darüber, welcher Zusammenhang zwischen körperlicher (Un)Versehrtheit, Glück und (mütterlicher) Liebe besteht, scheint mir im Zusammenhang mit diesem Musterexemplar eines Feel-Good Movie jedenfalls angebracht.
cnm

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