15 LIEBESBEWEISE

15 LIEBESBEWEISE ★★★★★
Originaltitel: Des preuves d'amour | Start: 04.12.2025 | FSK 12
Monia Chokri, Ella Rumpf | © Films That Matter



Frankreich 2025
Genre: Spielfilm, Dramödie
Länge: 97 Min.
Regie: Alice Douard (Debüt)
Buch: Alice Douard
Casting: Alice Douard
Cast: Ella Rumpf, Monia Chokri, Noémie Lvovsky, Emy Juretzko, Julien Gaspar-Oliveri, Jeanne Herry, Aude Pépin, Philippe Petit, Émilie Brisavoine, Hammou Graïa, Tom Harari, Eva Huault, Hamza Meziani
Kamera: Jacques Girault
Schnitt: Pierre Deschamps
Musik Supervision: Raphaël Hamburger / Hamburger Records

Paris, 2014. Die Tontechnikerin und DJ Céline erwartet ihr erstes Kind – doch schwanger ist sie nicht. In wenigen Monaten wird ihre Frau Nadia eine Tochter zur Welt bringen. Während Nadia zwischen Übelkeit und Atemnot im zahnärztlichen Notdienst arbeitet, übt Céline das Babyhandling an den Kindern eines Kollegen. Dieses Chaos soll bald ihr Alltag werden? Trotz der „Ehe für alle“ muss Céline dem Staat mit 15 persönlichen Briefen aus dem Freundes- und Familienkreis beweisen, dass sie ihr zukünftiges Kind lieben wird und ihrer Rolle als zweite Mutter gewachsen ist. Als Pionierin muss sie ihren Platz vor dem Gesetz und in den Augen Aller erst erkämpfen – und zugleich Frieden schließen mit ihrer Mutter, die stets ihren eigenen Weg ging. 

Es gibt ja queere Filme wie Sand am Meer, und manchmal fürchte ich die Austauschbarkeit ihrer Inhalte. 15 Liebesbeweise hat mich jedoch wirklich überrascht. Hier wird mit einer Selbstverständlichkeit und Authentizität in die Welt der beiden Frauen eingetaucht, ihre Hoffnungen und ihre Ohnmacht erlebbar gemacht, die Absurdität der an sie gestellten Ansprüche bloßgestellt, dass es eine Art hat. Und zu keiner Zeit gibt sich diese Inszenierung der billigen Pointe hin, vielmehr bleibt Regisseurin und Autorin Douard  – ihren eigenen Erlebnissen folgend – der Wirklichkeit verpflichtet; Amüsantes gibt es dabei dennoch en masse. Ihr Vorhaben, ein inhaltlich unbeschriebenes Blatt, eine Leerstelle im Diskurs zu füllen und dabei für jeden und jede nachvollziehbar zu machen, ist mehr als geglückt: die Identifikation ist sofort da, man fiebert mit, man lacht mit, man kämpft mit den beiden Frauen.

Mit ihrer Erzählung vom Elternwerden unter besonderen Umständen ist Douard (dazu noch als Langfilmdebüt!) ein frischer, lebendiger und sehr wertvoller Film gelungen, der Lebenswirklichkeit und Poesie aufs Geschickteste vereint. Eine Ausnahmearbeit, die ich ausnahmslos allen empfehlen möchte!

cnm 

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