DIE JÜNGSTE TOCHTER
DIE JÜNGSTE TOCHTER ★★★★★☆
Originaltitel: La petite dernière | Start: 25.12.2025 | FSK 12
Frankreich, Deutschland 2025
Genre: LGBTQ, Drama, LiebeLänge: 107 Min.
Regie: Hafsia Herzi
Buch: Hafsia Herzi
Buch: Hafsia Herzi
Nach: Fatima Daas (Autofiktion)
Casting: Audrey Gini
Casting: Audrey Gini
Cast: Nadia Melliti, Ji-Min Park, Amina Ben Mohamed, Melissa Guers, Rita Benmannana, Razzak Ridha, Louis Memmi, Waniss Chaouki, Anouar Kardellas, Joven Etienne, Madi Dembele, Mahamadou Sacko, Ahmed Kheloufi, Pascal Chanez, Sophie Garagnon, Julia Muller, Nemo Schiffman, Gabriel Donzelli, Vincent Pasdermadjian, Victorien Bonnet, Mouna Soualem, Jade Fehlmann, Gioia Farisano, Julie Chaintron, Ahmet Insel, Abedali Mamoun, Claude-Emmanuelle Gajan Maull
Kamera: Jérémie Attard
Schnitt: Géraldine Mangenot
Musik: Amine Bouhafa
Kamera: Jérémie Attard
Schnitt: Géraldine Mangenot
Musik: Amine Bouhafa
Die annähernd volljährige Fatima lebt mit ihrer Familie in einem Pariser Vorort. Das Leben scheint geregelt, auch, wenn sie in der Famlie so etwas wie das schwarze Schaf ist. Ihr Verhalten entspricht nicht den Traditionen, hängt sie doch viel mit Jungs ab, liebt Fußball und hält ihren boyfriend auf Distanz bzw. in Warteschleife (der denkt bereits ans Heiraten). Was man ahnen kann, aber keiner wissen darf ist, dass sie Frauen liebt. Doch will die energische Frau vor allem der eigenen geliebten Mutter die Schmach ersparen. Als sich Fatima dann konkret in eine andere Frau verliebt, wird das Doppelleben doppelt anstrengend.
Einem ausgesuchten und bis in die kleinste Rolle gelungenen Cast ist es zu verdanken, dass dieser queere Film nicht vorrangig queer ist, sondern ein Appell für gesellschaftliche Veränderung und Öffnung des Blickwinkels für eine einvernehmliche Gemeinschaft, die funktionieren könnte. Allen voran Nadia Melliti gibt ihrer Fatima mit Feuer und Verzweiflung ein äußerst fein gezeichnetes und absolut liebenswertes Profil. Dank einer pulsierenden Vertonung (Musik sowie Atmos) schlägt die Erzählung nie einen weinerlichen Ton an, sondern einen im besten Sinne kämpferischen.
Trotz kleiner (vernachlässigbarer) Längen ist dieser Film ein Hochkaräter unter den Filmen mit queerem Emanzipationsanspruch, denn er vermeidet Kitsch und schlägt eine solide Brücke zwischen den Geistern, die sich nicht vom traditionellen Rollenbild der Frau verabschieden wollen und jenen, die sich nach authentischem Leben sehnen. Ein faszinierender Film, der den Kinobesuch unbedingt lohnt.
cnm

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