JETZT. WOHIN.

JETZT. WOHIN. – MEINE REISE MIT ROBERT HABECK
Start: 07.12.2025 | FSK 6
Plakatmotiv © Pandora Filmverleih



Deutschland 2025

Genre: Dokumentation
Länge: 90 Min.
Regie: Lars Jessen, Rasmus Jessen
Buch: Rasmus Jessen
Mit: Robert Habeck, Lars Jessen, Luisa Neubauer u.a.
Kamera: Fritz Butze, Rasmus Jessen
Schnitt: Sebastian Thümler, Sarah Guggolz, Nikolai Hartmann
Musik: Anna Bauer

Dies ist ein sehr persönlicher Dokumentarfilm von Lars Jessen. Ein Blick hinter die Kulissen des Wahlkampfs 2025 von Robert Habeck – einer Kampagne, die mit großen Erwartungen beginnt und mit deutlichen Einbußen für Die Grünen endet. Danach zieht sich Habeck aus der Politik zurück. Kaum ein deutscher Politiker hat in den letzten Jahren mehr Emotionen ausgelöst: Für die einen ist er Hoffnungsträger, für die anderen Projektionsfläche all dessen, was sie an der Gegenwart ablehnen.
Lars Jessen – Filmemacher, Freund, Berater und langjähriger Weggefährte Habecks – sucht Antworten: Warum ist es so gekommen? Was ist schief gelaufen, und wie kann progressive Politik in Zeiten von Populismus wieder gelingen?

Auf seiner Suche spricht Jessen mit Menschen, die ihn selbst in den zurückliegenden Jahren begleitet haben: mit Neuro- und KommunikationswissenschaftlerInnen, Denker, Erzähler, Schauspieler, Moderatoren und Journalisten (m/w/d) – darunter Luisa Neubauer, Tobias Krell, Markus Lanz, Jan „Monchi“ Gorkow, Charly Hübner, Maja Göpel, Daniel Günther, Samira El Ouassil, Friedemann Karig, Christian Stöcker, Arun Chaudhary, sowie mit Menschen aus Habecks Politik- und Schulzeit.

Tatsächlich erleben wir Habeck – soweit ich das erlebt habe – ziemlich unverfälscht, offen und verwundbar. Das ist vielleicht der Aspekt, der für seine Befürworter der entscheidende war und ist, denn die wenigsten PolitikerInnen lassen sich in die Karten schauen. Mit seiner Strategie, den Küchentisch an den Anfang des Wahlkampfes zu stellen (als Symbol für direkte und ehrliche Gespräche mit echtem Interesse an den Sorgen und Belangen der Wählenden), zeichnet er sich vielleicht als Utopist, aber vor allem als ein Politiker aus, der keine Politik über die Köpfe der Menschen hinweg zu machen gedenkt.
Seine zweifelnde grüblerische, manchmal sogar verzweifelt wirkende Art ludt die Gegner vielleicht zu dem ein, was dann passierte: eine Art medialer Hinrichtung.
Die anderen Parteien hatten womöglich stärkere Lobbys und mehr Geldmittel – jedenfalls setzten sie ihre Mittel effektiver ein, um digital bzw. medial Wind gegen den Idealisten zu machen und ihn als unfähig und unrealistisch zu diffamieren – und später, nach seinem Rücktritt, seine Ideen als die ihren zu verkaufen.

Unschwer zu erkennen, dass ich zu Habecks Fans gehöre. Ich bin einfach überzeugt davon, dass der Mann das Grüne Anliegen tatsächlich ein zentrales war, dass es ihm wichtig war, die Wählenden nicht zu belügen und schwierige Entscheidungen auch als solche zu benennen. Es ist ein Jammer – und diese Doku verdeutlicht das schmerzlich – dass Geld- und Machtgier obsiegen, weil kaum ein Mensch in Regierungsverantwortung weiter denken mag als für eine Legislaturperiode. Das Absägen Habecks war ein großer Fehler mit traurigeren Konsequenzen als wir uns das vorstellen mögen.

Die kommenden Generationen können sich das mittels dieser Doku vor Augen führen und sich bei den aktuellen Holzköpfen für Dinge wie den massiven Rechtsruck oder bedrohliche Sommerhitze bedanken.

cnm 

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