ACH, DIESE LÜCKE, DIESE ENTSETZLICHE LÜCKE
ACH, DIESE LÜCKE, DIESE ENTSETZLICHE LÜCKE ★★★★½☆
Start: 29.01.2026 | FSK 6
Deutschland 2026
Genre: Drama, KomödieLänge: 137 Min. (langer Film)
Regie: Simon Verhoeven
Buch: Simon Verhoeven, Lars Hubrich
Vorlage: Joachim Meyerhoff (Roman)
Casting: Nina Haun
Buch: Simon Verhoeven, Lars Hubrich
Vorlage: Joachim Meyerhoff (Roman)
Casting: Nina Haun
Cast: Senta Berger, Bruno Alexander, Michael Wittenborn, Laura Tonke, Devid Striesow, Katharina Stark, Tom Schilling, Johann von Bülow, Moritz Treuenfels, Victoria von Trauttmansdorff, Anne Ratte-Polle, Friedrich von Thun, Karoline Herfurth
Kamera: Jo Heim
Schnitt: Denis Bachter, Denis Schmerbeck
Musik: Segun Akinola
Kamera: Jo Heim
Schnitt: Denis Bachter, Denis Schmerbeck
Musik: Segun Akinola
Mit 20 Jahren wird Joachim unerwartet an der renommierten Münchner Schauspielschule angenommen. Quartier findet er praktischerweise bei seinen Großeltern, Inge und Hermann. In dieser neuen Lebensphase steht Joachim vielen neuen, intensiven Einflüssen gegenüber: seinen Großeltern, die – etwas exzentrisch, aber wohlmeinend – immer eine Weisheit bereithalten (nebst konstantem Alkoholkonsum), quasi als neue Eltern auftreten und natürlich den vielen Schauspielschüler- und -lehrerInnen. Die große Frage, die dem Lehrling ins Gesicht geschrieben steht ist, inwieweit man den ganzen Zirkus überhaupt ernst nehmen kann. Denn Joachim kennt das Leben längst von seiner dunkelsten Seite.
Auf den ersten Blick wirkt diese Bestseller-Inszenierung ein wenig artifiziell und über-akkurat. Doch die Besetzung ist zu gut, der Stoff ist zu gut. Von Minute zu Minute schleichen sich immer mehr interessante und spannende Aspekte gelebten Lebens, verdrängten Schmerzes und, ganz wichtig, zwingende Wahrheit in die Erzählung. Selbst die Nebenfiguren, starbesetzt (was ich sonst eher als störend empfinde), sind als echte, lebendige Typen geglückt, die in vielen kurzen Episoden ihren Beitrag zu Joachims Selbstwerdung leisten, Bei so viel erzählerischer Dichte ist eine gewisse komische Überhöhung letztlich vielmehr ein probates Mittel gegen zu viel (seelische) Dunkelheit. Das ist in der Tat ein spannender Einblick in eine Welt, von der wir Zuschauenden sonst kaum etwas mitbekommen. Schade nur, dass Bruno Alexander als Joachim so schlecht artikuliert...
Mit Verhoevens Bestsellerverfilmung ist starkes Kino gelungen, ein Film über den schwierigen Prozess, ins Leben zu finden (denken wir an Die Reifeprüfung, 1967), dort zu bleiben und aktiv teilzunehmen. Das hat, bei aller vordergründigen Leichtigkeit, etwas Therapeutisches. Und es bleibt meinerseits wohl nicht bei nur einer Sichtung...
cnm

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