FRIEDAS FALL

FRIEDAS FALL ★★★★★★
Start: 16.04.2026 | FSK 12
Julia Buchmann | © Arsenal Filmverleih



Schweiz 2024
Genre: Drama, Historie
Länge: 107 Min.
Regie: Maria Brendle
Buch: Michèle Minelli, Robert Buchschwenter, Maria Brendle
Cast: Julia Buchmann, Rachel Braunschweig, Stefan Merki, Max Simonischek, Marlene Tanczik, Liliane Amuat, Johannes Hegemann, Peter Hottinger, Aaron Hitz
Kamera: Hans Syz
Schnitt: Wolfgang Weigl
Musik: Mark Bächle

Im Zentrum dieser wahren Geschichte steht die junge Näherin Frieda Keller, die gewissermaßen so unbedarft wie unschuldig in eine Falle getappt ist und im Auge der Öffentlichkeit ein Verbrechen begeht. 1904 ist es mit den Frauenrechten nicht weit her, so steht sie beinahe allein da mit ihrer Verzweiflung. In den Ehefrauen sowohl des Staatsanwaltes als auch des Verteidigers finden sich leidenschaftliche Kämpferinnen und Fürsprecherinnen für ein gnädiges Urteil, die beiden wenden sich so eben möglich der hilflosen Frau zu.

Die hier geschilderten Hergänge fahren einem in Mark und Bein, zeigen sie doch überdeutlich, wie abhängig zu jener Zeit die Frau vom Wohlwollen der Männer war. Es geht für die Angeklagte zunächst wirtschaftlich ums Überleben, später sprichwörtlich um ihr Leben, während die an den Vorgängen beteiligten und auch die urteilenden Männer gänzlich freie Hand haben. Den Ausgang dieses Leidensweges konnte ich kaum ertragen – sich vorzustellen, was mit Frieda Keller geschah, was ihr zugemutet wurde, übersteigt jede Fantasie.

Dieser anspruchsvoll gemachte Film mit erlesenem Cast weist überdeutlich darauf hin, dass ein Patriarchat keinerlei gesellschaftlichen Gewinn darstellt (außer für die Selbstgerechtigkeit der Männer). Die Parallele zu heutigen politischen Überlegungen betreffs der Rechte der Frauen ist klar; sie ruft laut: lasst es sein, lasst die Frauen über sich selbst bestimmen! Grauenhaft, wie aktuell das 120 Jahre später immer noch ist.

Relevanter, erschütternder Film, ein Biopic als Mahnmal, Diskussionsstoff, dringend empfohlen.

cnm
 

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