DAS LOS DES FREMDEN
DAS LOS DES FREMDEN ★★★★½☆
Originaltitel: I WAS A STRANGER | Start: 18.06.2026 | FSK 16
USA 2025
Genre: DramaLänge: 104 Min.
Regie: Brandt Andersen, Charlie Endean
Buch: Brandt Andersen
Casting: Younis Alharaki
Buch: Brandt Andersen
Casting: Younis Alharaki
Cast: Yasmine Al Massri, Yahya Mahayni, Omar Sy, Constantine Markoulakis,
Kamera: Jonathan Sela
Schnitt: Jeff Seibenick
Musik: Nick Chuba
Formal war mir die Musik streckenweise entschieden zu pathetisch, doch das fällt bei der inhaltlichen Stärke des Films nicht weiter ins Gewicht. Das Los des Fremden ist durch die Bank gut besetzt und sehr gut und durchdringend gespielt, unmöglich, nicht an irgendeiner Stelle Identifikation zu finden oder Partei zu ergreifen. M.E. gemahnt dieser kaleidoskopische Film uns alle: Das Los des Fremden betrifft uns alle!
Sehr deutlich wird dies in der letzten Szene, die einen – so leise und unscheinbar, wie sie auch ist – umhauen kann. Mit dieser Szene ist tatsächlich alles gesagt.
Kamera: Jonathan Sela
Schnitt: Jeff Seibenick
Musik: Nick Chuba
Als eine syrische Ärztin mit ihrer kleinen Tochter aus dem zerstörten Aleppo fliehen muss, setzt eine einzige verzweifelte Entscheidung eine Kette von Ereignissen in Gang, die Ländergrenzen überschreitet und einige Fremde unaufhaltsam miteinander verbindet: einen Schleuser, der alles riskiert, um seinen Sohn zu retten, ein Soldaten, der zwischen Befehl und seinem Gewissen steht, einem Dichter auf der Suche nach einem Ort, den er Heimat nennen kann und einem griechischen Küstenwache-Kapitän, gefangen zwischen Pflicht und Mitgefühl.
In einer einzigen Nacht kreuzen sich deren Wege an der Küste, auf dem Mittelmeer, wieder an Land, wenn sie Glück haben – überall dort, wo Hoffnung und Angst dicht beieinander liegen, Überleben zur Entscheidung eines Augenblicks wird und die drängende Frage nach Menschlichkeit in ihrer rohesten, ehrlichsten Form offenbar wird.
Wie durch verschiedene Fenster schauen wir – kapitelweise – auf diese Schicksale, und von Kapitel zu Kapitel gibt es Überschneidungen. Dies ist erzählerisch wohl die geschickteste Wahl, um uns selbst fühlen zu lassen, dass Urteile (und machen wir uns nichts vor: wir urteilen!) nicht anhand eines Augenblicks vorgenommen werden können. Eine Entscheidung, eine Tat ist immer mehr als dieser eine Augenblick, hat eine Vorgeschichte, eine Prägung und wird zur Ausprägung. Wann hört alles Erbarmen auf? Wann stumpfen wir ab, wann fühlen wir mit?
In diesem Konglomerat aus miteinander verwobenen Schicksalen wird wieder einmal deutlich, dass Geld wohl die zentrale Rolle spielt, dass Geld Leben und Überleben sichert und wir im Notfall hinter uns lassen, was wir sonst an moralischer Integrität als gesichert einstufen würden. Geld macht uns zu Herrschenden und zu Mördern, zu Helfenden und zu Ignoranten.
Formal war mir die Musik streckenweise entschieden zu pathetisch, doch das fällt bei der inhaltlichen Stärke des Films nicht weiter ins Gewicht. Das Los des Fremden ist durch die Bank gut besetzt und sehr gut und durchdringend gespielt, unmöglich, nicht an irgendeiner Stelle Identifikation zu finden oder Partei zu ergreifen. M.E. gemahnt dieser kaleidoskopische Film uns alle: Das Los des Fremden betrifft uns alle!
Sehr deutlich wird dies in der letzten Szene, die einen – so leise und unscheinbar, wie sie auch ist – umhauen kann. Mit dieser Szene ist tatsächlich alles gesagt.
Dies ist ein packender, gesellschaftlich relevanter und nachhaltig beeindruckender Film, dem ich von Herzen ein großes Publikum wünsche.
cnm

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