GORGONÀ

GORGONÀ ½☆☆☆☆
Start: 18.06.2026 | FSK 16
Melissanthi Mahut, Aurora Marion | © Neue Visionen Filmverleih



Griechenland, Frankreich 2025
Genre: Drama, Dystopie, Sci-Fi
Länge: 95 Min.
Regie: Evi Kalogiropoulou (Debüt)
Buch: Evi Kalogiropoulou
Casting: Alex Kelly, Dimitris Zouras
Cast: Melissanthi Mahut, Aurora Marion, Christos Loulis, Kostas Nikouli, Stavros Svigos, Ksenia Dania, Erifili Kitzoglou, Errika Bigiou, Niki Vakali u.a.
Kamera: Giorgos Valsamis
Schnitt: Yorgos Zafeiris
Musik: Nick Athens, Karolos Berahas, Ilias Kampanis

Griechenland in einer nicht all zu fernen Zukunft: Ressourcenknappheit hat das Land ins Chaos gestürzt. In den verbliebenen Städten streiten sich rivalisierende Banden um Wasser, Treibstoff und Frauen. Die junge Maria wächst in dieser von Männern dominierten Welt auf und kämpft um Anerkennung und sogar ums Überleben. Sie sieht keinen Ausweg aus der Spirale der Gewalt, zumal sie von Bandenchef Nikos gegen den Willen seiner Handlanger zu dessen Nachfolgerin auserkoren wurde. Als die mysteriöse Sängerin Eleni in Marias Leben tritt, eröffnet sich ihr eine Alternative: Gemeinsam mit ihr stellt sie sich dem patriarchalen System entgegen und versucht, sich im Namen aller Unterdrückten eine bessere Welt zu erstreiten.

Mit ihrem Spielfilmdebüt möchte die griechische Filmemacherin eine Parallele zwischen veralteten Machtstrukturen und der allgegenwärtigen Umweltzerstörung ziehen. Stilistisch lehnt sie dabei an den Kultriflm Mad Max an. Zunächst scheint ihr das auch zu gelingen: der radikale Ansatz einer komplett von Männern dominierten Welt, die Frauen als Kombination aus Lustsklavin und Entertainerin instrumentalisieren, ist aus heutiger Sicht so befremdlich, dass ich allzu gespannt war, wie sich diese Prämisse zu etwas Modernem ausbauen lässt. Die Enttäuschung war dementsprechend groß, als ich im Laufe des Films feststellen musste, dass Stilwille nicht zwingend mit einem guten Drehbuch einhergeht.

Leider (!) verläppert sich die Geschichte im Beliebigen, sie stagniert und wirkt letztlich wie eine Mixtur aus Telenovela und Softporno; es ist ab einem bestimmten Punkt kaum noch zu glauben, dass eine Frau für Buch und Regie verantwortlich zeichnet! Einsprengsel von Science Fiction berauben das Konstrukt am Ende jeglicher Seriosität – und was mir ungelogen bleibt, ist die Hoffnung, dieses Erlebnis so schnell als möglich zu vergessen.

Was aber in Erinnerung bleibt, ist die Stringenz und Energie, mit der Kalogiropoulou ihre Figuren geführt hat. Vor allem im ersten Film-Drittel überzeugt sie mit diesen Qualitäten, und ich kann mir gut vorstellen, dass ein kommender Film von ihr – gewissenhafte Beratung beim Drehbuch vorausgesetzt – das Zeug zum Kult aufblitzen lässt.

cnm 

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