SAVING SPOONIE
SAVING SPOONIE ★★★★½☆
Start: 25.06.2026 | FSK 0 (empfohlen ab 10)
Deutschland 2025
Länge: 87 Min.
Regie: Till Harms
Buch: Till Harms
Buch: Till Harms
Mit: Dr. Christoph Zöckler, Michael Stiller, Nigel Jarrett, Jodie Clements, Thomas Tennhardt, Jürgen Fiebig, Robert Stein, Sun Lili, Yin Yuzuh, Cao Huan, Hartmut Andretzke, Katherine Leung, Chen Qing, Yang Hong-Yan, Li Yishan, Yuri Germasimov, Liu Yinshan, Anton Ivanov, Nicolai Yakushev, Vladimir Morozov, Zhai Liu, Chen Yudong, Fyodor Kondrashov, Chang Qing, Ollie Calidris Loktionova-Clements
Kamera: Börres Weiffenbach
Schnitt: Natali Barrey
Musik: Johannes Schmelzer-Ziringer
Kamera: Börres Weiffenbach
Schnitt: Natali Barrey
Musik: Johannes Schmelzer-Ziringer
Der Löffelstrandläufer wäre ohne Dr. Christoph Zöckler und eine eingeschworene internationale Gruppe von Ornithologen längst ausgestorben. Als wäre das an sich nicht schon schlimm genug, verläuft die Flugroute des spatzengroßen Watvogels mit dem ungewöhnlichen Löffelschnabel von Russland über Nordkorea, China bis nach Myanmar und führt so durch die Krisenregionen des letzten Jahrzehnts. Die Arbeit der Task Force wird damit unversehens zu einer politischen Herausforderung und einem diplomatischen Balanceakt zwischen Russen, Deutschen, Chinesen, Engländern und weiteren Mitgliedern des sog. Flyway.
Während ein ambitionierter Zuchtversuch in England zu scheitern droht, erreicht der Spoonbilled Sandpiper in China ungeahnte Popularität. Von seine Fans liebevoll als „Spoonie“ bezeichnet, wird er zum begehrten Objekt einer erwachenden chinesischen Umweltbewegung.
Doch obgleich seine Bekanntheit ständig wächst, nimmt die Zahl der real existierenden Exemplare trotz weltweiter Bemühungen dramatisch ab. Die Vogelliebhaber können nur spekulieren, ob es noch ein-, zwei- oder, wie Optimisten meinen, dreihundert brütende Paare auf der Welt geben mag.
Was wir hier erleben dürfen, ist die Makro-Aufnahme einer kleinen, hochseriösen und kenntnisreichen Gruppe von Ornithologen, deren ganzes Herz am Erhalt der Vogelvielfalt hängt und mit der die wenigsten von uns je Kontakt hätten. Im kleinen und im großen Stil setzen sie alles daran den hier im Fokus stehenden Löffelstrandläufer zu erhalten. Und es ist so, wie sie alle sagen: ein paar Augenblicke dieses unschuldige, äußerst niedliche Tier betrachtet, verliebt man sich sogleich. – Gefragt sind nun die Aktivierung öffentlichen Interesses, damit der Politik, der Erhalt von Brutstätten, nähere Erforschung der Flugrouten über Mini-GPS-Sender, das Interesse schon bei Kindern zu wecken und – besonders heikel – internationale Kollaborationen zu bewerkstelligen.
Den streckenweise etwas behäbigen Schnitt macht der Charme einiger ProtagonistInnen wett, die in ihrer großen Liebe zu den Tieren inspirierend und schlicht herzerweichend wirken. Formal positiv fiel mir auf, dass die musikalische Untermalung höchst sparsam gestaltet wurde, sodass in vielen Sequenzen allein die Natur wirken darf – eine Entscheidung, für dich ich immer nur dankbar bin.
Die Empfehlung "ab 10 Jahren" bei einer FSK 0 halte ich für gut, da sich diese Doku, auch wenn die Spoonies noch so schön anzuschauen sind, auf geopolitische, ökologische und biologische Details fokussiert und den (sprechenden und beobachtenden) Menschen viel Raum gegeben wird; da ist bei den Zuschauenden Geduld gefragt.
Bemerkenswerte Doku über eine leidenschaftliche internationale Gemeinschaft, die alles tut, damit der Spoonie nicht ausstirbt – nach dem Motto: "Ein grüner Berg ist besser als einer aus Gold und Silber".
cnm

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