SECHSWOCHENAMT
SECHSWOCHENAMT ★★★★☆☆
Start: 18.06.2026 | FSK 6
Deutschland 2025
Genre: DramaLänge: 98 Min.
Regie: Jacqueline Jansen
Buch: Jacqueline Jansen
Casting: Susanne Ritter, Jacqueline Jansen
Buch: Jacqueline Jansen
Casting: Susanne Ritter, Jacqueline Jansen
Cast: Magdalena Laubisch, Gerta Gormanns, Lola Klamroth, Olga Prokot, Suzanne Ziellenbach, Marc Fischer, Markus Forg-Thelen, Patrick Joswig, Julia Schmitt, Wolfgang Klein, Ulrike Marx, Bettina Kaminski, Nicole Marischka, Petra Welteroth, Petra Zembka
Kamera: Markus Ott
Schnitt: Simon Dopslaf, Jacqueline Jansen
Musik: Anna Kühlein
Kamera: Markus Ott
Schnitt: Simon Dopslaf, Jacqueline Jansen
Musik: Anna Kühlein
Mit dem Tod ihrer Mutter reißt es Lore den Boden unter den Füßen weg. Um der Verstorbenen letzten Wunsch zu erfüllen und die Trauerfeier vorzubereiten, verbringt sie sechs Wochen in ihrer rheinischen Heimat. Dabei muss sie sich gegen festgefahrene Familienstrukturen und eine Bürokratie behaupten, die von der ersten Covid-Welle wie gelähmt ist. Lore will sich dabei keine Manier des Abschiednehmens diktieren lassen und gerät zunehmend in einen Kampf gegen Windmühlen. Gibt es eine Antwort auf die Frage: Wie trauert man richtig?
Trauern: Fehlanzeige! Mit ihrem balladesken Drama seziert Regisseurin Jansen scharfsichtig und erbarmungslos die Mechanismen, die uns in der Zeit nach dem Verlust eines nahen Menschen begegnen können, wenn wir unvorbereitet sind und nicht genügend Mitstreitende haben. Und das ist hier der Fall: Lore wird von der gesamten Familie allein gelassen ("Du machst das schon"), von Instituten, Dienstleistenden, der Kirche und wohlmeinenden Nachbarn nicht nur verraten, sondern im Wortsinn verkauft. – Szene um Szene kämpft sich die Trauernde durch die vielen to-do's, die sich vor ihr auftürmen wie nichts Gutes, und wir dürfen zusehen, wie sie von allen, denen sie begegnet, mit einem Lächeln abgezockt, verraten und ausgenutzt wird. Bis zur totalen Erschöpfung!
Es ist eine gute Entscheidung, dass Jansen den Humor hierbei leise gehalten hat und die Bitterkeit dominiert. Damit macht sie ihre Aussage zu einem Plädoyer für einen bewussteren und humaneren Umgang mit Trauernden: wie kann ich dir konkret helfen, wie kann ich dir beistehen, muss die Agenda lauten. Sechswochenamt ist ein stiller, präziser Film zu einem wichtigen Thema, das so gern unter den Teppich gekehrt wird. Dafür können wir der Filmemacherin nur dankbar sein!
cnm
Als Sechswochenamt bezeichnet man in der römisch-katholischen Kirche eine heilige Messe, bei der sechs Wochen nach ihrem Tode der Verstorbenen gedacht wird.

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