CALL ME BY YOUR NAME

- Der Schmerz ist das Leben -
CALL ME BY YOUR NAME ★★★★★★
Italien, Frankreich, USA, Brasilien 2017
Genre: Romanze, Coming of Age
Länge: gut 130 Minuten
Regie: Luca Guadagnino
Darsteller: Armie Hammer, Timothée Chalamet u.a.
Schnitt: Walter Fasano

Eine gut situierte und harmonisch lebende Großfamilie empfängt und beherbergt im Norden Italiens alljährlich einen Assistenten für den Familienvater.
Hier, im Jahr 1983, entwickelt sich eine stille Begehrlichkeit zwischen dem 16jährigen Sohn Elio und dem um die 30jährigen Neuankömmling Oliver.

Es fällt schwer, die richtigen Worte zu finden für das, was dieser Film mir mir gemacht hat, denn:

Die Kamera macht nicht eben viel Aufhebens, die - meist klassische - Musik scheint zunächst zusammenhanglos nebenher zu laufen (sie wird dem Film dann später die Hand geben), der Schnitt macht scheinbar, was er will und folgt so gar keinen cinéastischen Erzählkonventionen, und über eine lange Strecke plätschert das Geschehen wie bedeutungslos vor sich hin.

Doch der Effekt, den das alles zum Ende hin erzielt, kommt (Dank überragender schauspielerischer Leistungen und Dialogen, die subtiler und wahrhaftiger nicht sein könnten) der erzählerischen Wucht eines Javier Marías gleich; seine Präzision ist erschlagend, seine Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit kann man im Kino suchen wie die Nadel im Heuhaufen, und seine Botschaft ist tief berührend.

Ein Film um eine homosexuelle Liebe weit, weit weg von albernen Klischees und Geschmacklosigkeiten, zeitlos und allgemein gültig. Ein Film, den ich jedem empfehlen möchte, der sein Herz noch schlagen hört.

cnm


ENGLISH VERSION

- Anguish as a part of Life - 


Each year, a comfortably well-off extended family, living peacefully in Northern Italy, opens their home to a new assistant working for the father of the household. This time, in 1983, an undercurrent of desire develops between the 16 year-old son, Elio and the 30 year-old new arrival, Oliver.
It is difficult to find the right words to describe how this film affects me:
The camera is non-obtrusive and the - mainly classical - music initially appears to run alongside, seemingly with little connection to the story (later we see that they complement one another well); the editing style comes across as erratic, not based on any cinematic narrative conventions. For much of the film, the story flows along quietly with little clear meaning or message. However, the effect that this creates by the end of the film (due to excellent acting performances and dialogue, unsurpassable subtlety and authenticity) comes close to the narrative power of Javier Marías, its precision is stunning, its lightness and naturalness is something rarely seen in cinema and the message is deeply touching.
A film about a homosexual love which is leagues above any clumsy clichés or tacky lack of finesse. Its message is timeless and universally appealing: a film that I recommend to anyone who still feels their heart beating inside.
cnm
Translated by Bridget Gerstner, Berlin

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