MILCHKRIEG IN DALSMYNNI
- Das Schweigen der Bauern -
Island, Dänemark, Deutschland, Frankreich 2019
Genre: Drama
Länge: gut 90 Min.
MILCHKRIEG IN DALSMYNNI ★★★★★☆
Originaltitel: Héraõiõ
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| Andrís Hrönn Egilsdóttir |
Genre: Drama
Länge: gut 90 Min.
Regie: Grímur Hákonarson
Buch: Grímur Hákonarson
Buch: Grímur Hákonarson
Darsteller: Andrís Hrönn Egilsdóttir, Sweinn Ólafur Gunnarsson, Sigurour Sigurjónsson, Porstein Bachmann u.a.
Kamera: Mart Taniel
Schnitt: Kristján Loomfjördo
Musik: Valgeir Sigurdsson
Kamera: Mart Taniel
Schnitt: Kristján Loomfjördo
Musik: Valgeir Sigurdsson
Als isländische Landwirtin steht Inga zunächst sehr hilflos und allein da, nachdem ihr Mann plötzlich verstorben ist - mitten in einer wirtschaftlich eh schon desolaten Situation. Doch immerhin ist da noch die Genossenschaft, der sie beiden angehörten, und die auch jetzt anbietet, ihr jede Hilfe zukommen zu lassen. Allerdings stellt sich dieses Schutzdach letztlich als ein Trugbild heraus, denn die Genossenschaft hat sich in Jahrzehnten zu einem System der systematischen Ausbeutung entwickelt und gleicht inzwischen einer Mafia. Es wird Druck ausgeübt und zur Loyalität unter Androhung von Sanktionen verpflichtet. Doch Ingas Wut gibt ihr die Courage, sich dem entgegenzustellen. Ihre Idee: mittels social Media soll eine neue Genossenschaft gebildet werden, die sich wieder den guten, alten Werten verpflichtet sieht. Die folgende Überzeugungsarbeiten im Kleinen wie im Großen sind natürlich nicht ohne Risiko...
Wegen der Trailer zum Film könnte man vermuten, Milchkrieg in Dalsmynni sei eine Komödie, aber dem ist nicht so. Und dafür kann man nur dankbar sein, denn dem Regisseur ist auf eine nüchterne, ausgesprochen trocken-deskriptive Art gelungen, die Beklemmung und das Dilemma von Einzelkämpfern in der Landwirtschaft deutlich zu machen. Allein kämpfen ist unmöglich, und im Verbund finden sich ganz andere Fallen, vornehmlich die Korruption. Die Abwesenheit von Musik führt hier dazu, dass die Natur und ihre Geräusche eine eigene Art von Atmosphäre erzeugen, und die Not der Hauptfigur besonders gut spürbar wird. In seinem Anliegen und der zurückhaltenden, klaren Machart steht der Film m.E. Schulter an Schulter mit den Arbeiten von Ken Loach, um auf beeindruckende Weise unseren Blick zu schärfen.
Wegen der Trailer zum Film könnte man vermuten, Milchkrieg in Dalsmynni sei eine Komödie, aber dem ist nicht so. Und dafür kann man nur dankbar sein, denn dem Regisseur ist auf eine nüchterne, ausgesprochen trocken-deskriptive Art gelungen, die Beklemmung und das Dilemma von Einzelkämpfern in der Landwirtschaft deutlich zu machen. Allein kämpfen ist unmöglich, und im Verbund finden sich ganz andere Fallen, vornehmlich die Korruption. Die Abwesenheit von Musik führt hier dazu, dass die Natur und ihre Geräusche eine eigene Art von Atmosphäre erzeugen, und die Not der Hauptfigur besonders gut spürbar wird. In seinem Anliegen und der zurückhaltenden, klaren Machart steht der Film m.E. Schulter an Schulter mit den Arbeiten von Ken Loach, um auf beeindruckende Weise unseren Blick zu schärfen.
Das Drama um den Überlebenskampf einer verwitweten Bäuerin ist jetzt schon zu den wichtigen des Jahres zu zählen. Ein stiller Film, den es zu entdecken gilt.
cnm

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