EINE GRÖSSERE WELT
- Verborgenes Licht -
Frankreich, Belgien 2019
Genre: Drama, Abenteuer, nach einer wahren Geschichte
Länge: 100 Min.
EINE GRÖSSERE WELT ★★★★☆☆
Originaltitel: Un monde plus grand
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| Céline de France |
Genre: Drama, Abenteuer, nach einer wahren Geschichte
Länge: 100 Min.
Regie: Fabienne Berthaud
Buch: Fabienne Berthaud, Claire Barre
Buch: Fabienne Berthaud, Claire Barre
basierend auf: Corine Sombrun
Darsteller: Cécile de France, Narantsetseg Dash, Tserendarizav Dashnyam, Ludivine Sagnier, Arieh Worthalter u.a.
Kamera: Nathalie Durand
Schnitt: Simon Jacquet
Musik: Valentin Hadjadj
Kamera: Nathalie Durand
Schnitt: Simon Jacquet
Musik: Valentin Hadjadj
Nach einer wahren Geschichte:
Glücklicher hätte Corine nicht sein können als in den zehn Jahren mit ihrem geliebten Partner, dem Pianisten und Cellisten, den sie immer auf Tour begleitete, da es die beiden nicht einen Tag lang ohne einander ausgehalten hätten. Es folgt eine Diagnose, ein jahrelanger Leidensweg und ein bitterer Abschied, der Corine in eine tiefe Depression stürzt. Die Toningenieurin hat Aussetzer am Mischpult, ist abwesend und nicht mehr wirklich arbeits- oder kontaktfähig. Darum schlägt ihr ihr Chef eine Reise vor, bei der sie Hintergrundgeräusche (Atmos) einfangen soll zum Thema Indigene Völker und deren Rituale.
Sie reist also in die Mongolei und wird dort in einer kleinen Gemeinschaft aufgenommen. Nach vorsichtigen Annäherungen darf sie eines Abends einem transzendentalen Ritual beiwohnen und fällt, ausgelöst durch heftiges Trommeln, selbst in eine Trance. Als man ihr sagt, sie sei Schamanin und solle diesem Weg folgen, ergreift sie entsetzt die Flucht nach Hause.
Doch die Eindrücke wirken nach und lassen sie nicht los: bald fasst sie gegen den massiven Widerstand ihrer Familie den Entschluss, zurück zu reisen und ihrem Ruf, ihrem Talent zu folgen. Eine Entscheidung, die ihr Leben verändern soll.
Ich bin überzeugt, dass es bei diesem Film sehr darauf ankommt, wie man gerade seelisch aufgestellt ist und was man von Kino erwartet. Und zwar sehr viel mehr als bei den meisten Filmen. Hat man Geduld, eine innere Ruhe und ist ein wenig offen für das, was in Europa komplett ausgeblendet wird und im Alltag nicht vorkommt, nämlich für Transzendentales, oder nagt man zu lange schon an Verlusten - dann kann dies ein sehr eindringlicher Film sein. Denkt man: "was für ein Quatsch"? - Gerade von diesem Widerstreit wird erzählt: der hartnäckigen Skepsis der Protagonistin selbst, der Neigung der Medizin, mal schnell eine Kategorie aufzumachen und mit entsprechender Medikation "abzufedern", und nicht zuletzt dem großen Unverständnis aller im privaten Umfeld für Corines' neu entdeckte Wege (aus dem Leid).
Die DarstellerInnen sind durchweg hervorragend; allen voran die MongolInnen spielen, als gäbe es keine Kamera, das sind die fesselndsten Momente.
Formal möchte ich einwenden, dass die Regisseurin m.E. zu viele Großaufnahmen verwendet hat. Das mag marginal klingen, aber es tut dem Kino selten gut. Es ist a) anstregend und wirkt b), als müsste alles, was geschieht, betont werden und Gewicht bekommen: jede Person und jede Aktion. Der Effekt ist aber eher eine Inflation des Dramatischen. Allerdings ist der Film einfühlsam vertont, und die Trance-Sequenzen souverän montiert. Übrigens hat sich die wahre Corine (ihr Buch siehe unten) später mit NeurologInnen zusammengetan, um Trance-Zustände wissenschaftlich zu erforschen und für therapeutische Zwecke nutzbar zu machen.
DAS BUCH
MEIN LEBEN MIT DEN SCHAMANEN
von Corine Sombrun
cnm
Ein Exemplar als DVD ist in meiner Verlosung. Schreiben Sie mir eine mail mit Ihrer Anschrift und der Betreffzeile "Größere Welt" an:
cinemoenti@email.de

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