SEMPER FI

- Wut vs. Willkür -
SEMPER FI
Mitte: Nat Wolff, rechts: Jai Courtney


Großbritannien, USA 2019
Genre: Drama, Thriller
Länge: 100 Min.
Regie: Henry Alex Rubin
Buch: Henry Alex Rubin
Darsteller: Jai Courtney, Nat Wolff, Finn Wittrock, Beau Knapp, Arturo Kastro, Leighton Meester
Kamera: David Devlin
Schnitt: Kevin Tent
Musik: Hanan Townsend

Ziehen wir ein paar konzentrische Kreise: die Welt, in ihr der Irak als Kriegsschauplatz, darin amerikanische Soldaten, darunter eine Gruppe befreundeter junger Erwachsener, und im Zentrum dieser Gruppe die Brüder Callahan (Cal) und der jüngere Oyster. Die Clique, von der der Film erzählt, lebt in zwei Welten gleichzeitig: da ist die, in der man (noch) Spaß haben will, ausgeht und einen hebt, bowlt, flirtet, Sprüche klopft, und da ist die Welt, in der Verantwortung übernommen werden muss (die Soldatenausbildung, die Vaterschaft eines der Kumpel, der etwaige Kriegseinsatz...), und nicht zuletzt ist Cal, der ältere der beiden Bruder, seit dem zu frühen Tod der Eltern der Vormund seines jüngeren Bruders Oyster. Bevor die Gruppe in den Irak geflogen wird, geschieht etwas Schreckliches: während einer Prügelei knallt ein Mann mit dem Kopf gegen Porzellan und stirbt kurz darauf. Oyster wurde bei der Prügelei gefilmt, er kommt ins Gefängnis, und es gibt keine Chance auf Gnade.

Im Irak sammeln die jungen Soldaten ihre "unschönen" Erfahrungen: Traumata, die einkalkuliert sind und bei denen nur eines zählt: das Überleben. Alle kommen sie zurück, wenn auch nicht gänzlich unversehrt.

Zwischen den Brüdern ist ein Konflikt entstanden, denn nach der Prügelei hatte Cal (der Polizist ist, und zwar ein integerer), Oyster an einer Flucht gehindert, ihn auf dem Boden festgehalten. Der Bruder wird ihm das nicht verzeihen. Und der ist nun zudem sadistischer Angriffe der Knastaufsicht ausgeliefert. Was sollte passieren, um diese neu entstandene Front aufzuweichen, sie abzubauen? Gibt es eine Chance? Cal hat sich während des Kriegseinsatzes verändert, und er ist jetzt bereit, radikale Schritte zu gehen.

Ich möchte weiter nicht viel schreiben, sehen Sie sich diesen Film an.
Man fiebert mit, man leidet mit, man versteht die Protagonisten in ihren Gefühlen und Entscheidungen, und am Ende entsteht eine Hochspannung, die man im Kino wirklich selten erlebt und die mich an Argo (USA, 2012) erinnert hat. Semper FI ist ein Film, der lange nachhallen kann, gerade vor dem Hintergrund der neu aufgeflammten Diskussion über Beamtenwillkür in den USA.

Hier geht es zur Sache - der Film lohnt!

cnm

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