THE KING OF STATEN ISLAND
- Feuerwehrwagen müssen sauber sein -
THE KING OF STATEN ISLAND ★★★★★☆
Regie: Judd Apatow
Buch: Judd Apatow, Pete Davidson, Dave Sirus
Buch: Judd Apatow, Pete Davidson, Dave Sirus
Darsteller: Pete Davidson, Bel Powley, Ricky Velez, Lou Wilson, Moises Arias, Carly Aquilino, Marisa Tomei, Maude Apatow, Pauline Chalamet, Lynne Koplitz, Kevin Corrigan, Luke David Blumm, Bill Burr, Steve Buscemi, John Sorrentino, Domenick Lombardozzi, Pamela Adlon, Action Bronson
Kamera: Robert Elswit
Schnitt: Jay Cassidy, William Kerr, Brian Olds
Musik: Michael Andrews
Kamera: Robert Elswit
Schnitt: Jay Cassidy, William Kerr, Brian Olds
Musik: Michael Andrews
Ein Mittzwanziger ohne Perspektive und Antrieb wird vom Leben am Kragen gepackt, bis er aufwacht.
Kein Film für mich, wie ich zunächst dachte: eine handvoll gelangweilter Twens hängt zusammen in einem schäbigen Kellerraum ab und konsumiert Hasch, dass es eine Art hat. Scheinbar gibt es kein gestern und kein morgen, und der 24jährige Scott hat es sich bei der Mutter, die sich rührend kümmert, gemütlich gemacht. Der Vater ist seit geraumer Zeit nicht mehr verfügbar. Auf jede Ansprache bzgl. mögliche Perspektiven reagiert Scott ausweichend, logisch, der Status Quo soll erhalten bleiben. Eine Leidenschaft wäre zu verzeichnen: Tattoos. Scott sticht sie mit Hingabe und übt sich in Ausdrucksform und Technik, vor allem an Kumpel Igor, der höchst gelassen seinen Rücken als Leinwand zur Verfügung stellt. Die Freundin Kelsey ist eine junge Frau, die er mag und mit der er gelegentlich schläft - eine Beziehung möchte er das jedoch nicht nennen, dafür kennen sich die beiden schon zu lange... Brauchen wir mehr infos?
Ja.
Es kommt zum schicksalhaften Tag, an dem ein kleiner Junge auf die Clique trifft und um ein Tattoo bittet. Unter lautem Protest seiner Kumpanen setzt Scott tatsächlich das Gerät an und tättowiert einen ersten Strich. Der Junge schreit auf, läuft davon, und kurz darauf steht der Vater des Kleinen vor der Tür der Familie und macht einen riesen Aufstand. Ab hier kommen Steine ins Rollen, die sich routinierte DrehbuchautorInnen wohl so nicht ausdenken würden, und die den Film so absolut sehenswert machen.
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| Bel Powley, Pete Davidson |
Es wäre nicht hilfreich, mehr Details über die Handlung zu verraten, denn The King of Staten Island will entdeckt werden. Getragen wird die Erzählung von einem spitzen Cast, einer Regie, die durchweg die optimale Balance findet zwischen lakonischer Komödie und lebendigem Drama, einer Musik (und auch der sehr klugen Auslassung von Musik an Stellen, wo die Versuchung groß gewesen wäre, welche zu montieren), die niemals in die Kitschfalle tritt sowie einer Figurendichte bis hin zur kleinsten Nebenrolle (Steve Buscemi ist eine davon - er hat wohl die Qualität des Stoffes erkannt)!
Das Herzstück dieser Arbeit finden wir auch in Lady Bird (besprochen in meinem Blog), nur, dass hier ganz andere Farben bedient werden. Kleiner Einwand von mir: weniger wäre mehr gewesen, ein paar geschickte Kürzungen hätten dem Fluss des Films sicher gut getan.
Dennoch ist The King of Staten Island einer meiner Favoriten zum Wiedereinstieg ins Kinogeschehen.
cnm
Anmerkung: ich habe die Kategorie Coming of Age bemüht, weil sich dieser 24jährige benimmt wie ein 16jähriger.


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