THE SONG OF NAMES
- Die erste Geige -
Länge: rund 110 Min.
THE SONG OF NAMES ★★★☆☆☆
Kanada, Ungarn 2019
Genre: DramaLänge: rund 110 Min.
Regie: François Girard
Buch: Jeffrey Caine
Buch: Jeffrey Caine
basierend auf: Norman Lebrecht
Darsteller: Tim Roth/Misha Handley/Gerran Howell, Clive Owen/Luke Doyle/Jonah Hauer-King, Catherine McCormack, Stanley Townsend u.a.
Kamera: David Franco
Schnitt: Michel Arcand
Musik: Howard Shore
Kamera: David Franco
Schnitt: Michel Arcand
Musik: Howard Shore
Die Geschichte beginnt kurz vor dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs. Martin ist etwa zehn Jahre alt, als der gleichaltrige Davidl - jüdisches Musik-Genie, ein kleiner Violinen-Virtuose - in seine Familie aufgenommen wird. Nachdem erste Befremdung und Skepsis überstanden sind, werden die beiden zu besten Freunden; Martin profitiert vom rebellischen Charme Davidls, und bald erfährt er von der großen Not seines Freundes, der um die eigene Familie, die in Warschau zurückbleiben musste, bangt.
Etwa zehn Jahre später soll es ein Konzert in London geben. Geplant ist nicht weniger als der Beginn einer Star-Karriere, nämlich der von Davidl. Doch der erscheint nicht. Er verschwindet ohne erkennbaren Grund und für sehr lange Zeit.
Dieser Verlust soll Martin sein Leben lang umtreiben, zumal seine Gefühle immer ambivalent zwschen Zuneigung und Eifersucht schwankten. Viel später erst wird er die Spur zum Verschollenen wieder aufnehmen, wie besessen macht er sich auf eine lange Reise - um die eine quälende Frage nach dem plötzlichen Verschwinden des Freundes zu klären.
Respekt einflößend ist dieser Stoff umgesetzt; die beiden Hauptfiguren von sechs Schauspielern dargestellt, also in drei Phasen ihres Lebens (die Jungs überzeugen dabei am meisten), Kamera, Licht, Musik, Ausstattung, Kostüm... alles vom Feinsten. Dann noch ein so hoch emotioaler Stoff, was sollte da schief gehen? - Ich gestehe, dass mich diese Arbeit trotz allem nicht mitgenommen hat. Gerade, wenn die erwachsen gewordenen Figuren auftreten, verliert die Geschichte an Spannung. Mir schien, als sei die zu erzählende Geschichte nicht bis ins Herz der beiden Zugpferde des Films - Roth und Owen - so ganz vorgedrungen, auch wenn sie routiniertes, solides Schauspiel abliefern. Vielleicht ist hier alles ein bisschen zu elegisch, zu perfekt geraten, und das Grundanliegen, der Kern der Story wurde nicht wirklich zum Leuchten gebracht.
Ambitionierte, elegische und hochkarätig besetzte wie gestaltete Erzählung über die lange Suche nach einem verlorenen Freund - die mir persönlich bei aller Perfektion zu konventionell geraten ist.
cnm

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