CORPUS CHRISTI
- Gott to go -
CORPUS CHRISTI ★★★★★★
Originaltitel: Boże Ciało | Kinostart: 3. September 2020
Polen, Frankreich 2019
Genre: Drama, Dramödie, wahre Geschichte
Länge: 116 Min.
Genre: Drama, Dramödie, wahre Geschichte
Länge: 116 Min.
Regie: Jan Komasa
Buch: Mateusz Pacewicz
Buch: Mateusz Pacewicz
Darsteller: Bartosz Bielenia, Eliza Rycembel, Aleksandra Konieczna, Tomasz Zietek, Leszek Lichota, Lukasz Simlat u.a.
Kamera: Piotr. Sobocinsci Jr.
Schnitt: Przemyslaw Chruscielewski
Musik: Calperin Brothers
Kamera: Piotr. Sobocinsci Jr.
Schnitt: Przemyslaw Chruscielewski
Musik: Calperin Brothers
Im Knast hat der Jungkriminelle Daniel zum Glauben gefunden. Er verdingt sich während der dortigen Messen als Messdiener. Paradox, denn ein solcher Wandel erzeugt bei den anderen eher Befremden, und Daniel ist ganz offensichtlich kein Heiliger. Natürlich kommt es zu derben Prügeleien, in denen der 20jährige routiniert austeilt. Als er frei kommt, macht er sich auf den Weg zum Sägewerk, wo er von nun an arbeiten soll - eine Karriere als Priester kann er selbstredend vergessen. Oder vielleicht doch nicht? Ein Abstecher in die nahe gelegene Kirche und eine einzige Lüge verändern die Situation grundlegend: schnell ist man gewillt, den zurückhaltenden Mann als neue Instanz zu akzeptieren...
Man möchte kaum glauben, dass diese Erzählung auf einer wahren Begebenheit beruht!
Was würde näher liegen, als aus einem solchen Stoff eine simple Haudrauf-Komödie zu bauen? Nicht so hier; diese Umsetzung ist durch und durch ein Glücksfall und war zu Recht für den Auslands-Oscar 2020 nominiert (den jedoch Parasite erhielt).
Buch, Regie und sämtliche Darsteller nehmen den Stoff überaus ernst und setzen ihn frei und lebendig um. Allen voran Bartosz Bielenia, der die zwei Persönlichkeiten in einer so selbstverständlich wie strahlend verkörpert. Es gelingt wirklich selten im Film, dass Figuren so nachvollziehbar mehrdimensional sind, dass die Gleichzeitigkeit von kriminellem und humanistischem Talent so berührend und fesselnd abgebildet wird, während es schauspielerisch wie dramaturgisch nicht einen einzigen Patzer gibt. Die verhandelten Themen sind u.A. Lust und Zölibat, Schuld und Vergebung, Wahrheit und Heuchelei... und das ohne unnötigen Schmonz oder absehbare Kalauer.
Mit Corpus Christi ist ein ganz großer Wurf zu wichtigen Fragen des Miteinanders gelungen, ein Film mit langer Halbwertszeit, den ich uneingeschränkt empfehlen möchte.
cnm

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