HOW IT ENDS

HOW IT ENDS
Kinostart: 12.08.2021 | FSK 12
Cailee Spaeny, Zoe Lister-Jones


USA 2021

Genre: Dystopie, Dramödie, Farce, Comedy
Länge: gut 80 Min.
Regie: Daryl Wein, Zoe Lister-Jones
Buch: Daryl Wein, Zoe Lister-Jones
Darsteller: Zoe Lister-Jones, Cailee Spaney, Helen Hunt, Olivia Wilde, Fred Armisen, Lamorne Morris, Nick Kroll, Whitney Cummings, Logan Marshall Green, Bobby Lee, Glen Howerton, Bradley Whitford, Ayo Edebiri, Sharon Van Etten, Paul W. Downs, Raymond Cham Jr., Angelique Cabral, Rob Huebel, Paul Scheer, Colin Hanks, Charlie Day, Mary Elizabeth Ellis, Pauly Shore
Kamera: Daryl Wein, Zoe Lister-Jones
Schnitt: Daryl Wein, Zoe Lister-Jones
Musik: Ryan Miller

Manchmal hat man wirklich Pech! Genau an dem Tag, an dem ein Komet im Anflug auf die Erde schon für alle sichtbar ist und es für die Menschheit der letzte Tag sein wird, erdreistet sich jemand, Lizas Auto zu klauen. Dieser Umstand erschwert ihr und ihrer Begleitung - genannt "jüngeres Ich" - den Weg zur geplanten Party, den guten Freunden und Verwandten, um angemessen lebewohl zu sagen. Doch man muss aus allem das Beste machen, also spazieren die beiden frisch aufgebrezelten Frauen durch die Straßen von Los Angeles. Auf ihrem Weg begegnen sie Vertrauten und Fremden, führen absurde, philosophische und klärende Gespräche. Immerhin spielt das Wetter mit!

Diese "apokalyptische Wohlfühlkomödie" (O-Ton Verleih) ist die Antwort auf unsere derzeitigen Probleme und Dilemmata - quasi als geeignete Komplettierung der vielen Weltuntergangs-Szenarien (Beispiel: Melancholia, Frankreich, Dänemark, Schweden, Deutschland 2011, R.: Lars von Trier), in denen vornehmlich nur gejammert wird. Unsere beiden durch den letzten Tag führenden Frauen sind bester Laune, wälzen Probleme und Problemchen, da ist nicht ansatzweise Verzweiflung im Spiel. Es braucht nichtmal sonderlich viel emotionalisierende Musik! Es ist, wie es ist, wir gehen unter, da macht man sich halt einen schönen Tag!

Natürlich entstand dieses Projekt während des Lockdowns 2020, als die Straßen auch in L.A. menschenleer waren; die MacherInnen nutzten dies kreativ und auch zur Psycho-Hygiene. Und ernteten viel Zuspruch, erlebten eine neue Form von gemeinschaftlicher Kreativität. Die Acteure und Actricen hungerten nach der Möglichkeit, sich kreativ ausdrücken zu können, und viele Szenen wurden in deren persönlichen Vorgärten, mit gerade angeschafften Hundewelpen etc. realisiert.

Meine persönliche LesArt von How it ends ist diese: in der Komödie schwingt ebensoviel Wirklichkeit mit wie in einer dramatischen Umsetzung, denn letztlich spiegelt sie auf beeindruckende Weise unser aller Reaktion auf den Untergang, den wir uns seit Dekaden selbst antun. Wir versauen und verpesten die Natur, machen aber weiterhin unbekümmert Party, um es mal auf einen einfachen Punkt zu bringen. Dürren und großflächige Waldbrände? Hochwasserkatastrophen? Hungersnöte? Aussterben so vieler Tierarten? Schlimmste Armut? Was hat das mit uns zu tun? Fernseher aus, weiter machen. Auto fahren, jeder sein eigenes. In den Urlaub fliegen, so erlaubt. Wieso auch nicht. Da finde ich es nur konsequent und angemessen, einen Zeitraffer herzunehmen, die Welt gleich morgen untergehen und die Figuren durch die Straßen flanieren zu lassen: hübsch zurecht gemacht sinnierend - mit einem Lächeln, versteht sich.

Diese Endzeit-Komödie, die vielleicht gar keine Komödie ist, bietet zugleich Leichtigkeit und Tiefgang, helle Melancholie und subtilen Abschiedsschmerz. Ein Film, der sein eigenes Alleinstellungsmerkmal darstellt. Corona sei's gedankt: das lohnt!

cnm
 
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