DER REGENMEISTER
DER REGENMEISTER ★★★☆☆☆
Originaltitel: Regnmannen | Start: 13.08.2026 | FSK 12
Schweden 2025
Länge: 109 Min.
Regie: Hannes Holm
Buch: Hannes Holm, Jonas Karlsson, Robert Gustavsson
Casting: Catrin Wideryd
Buch: Hannes Holm, Jonas Karlsson, Robert Gustavsson
Casting: Catrin Wideryd
Cast: Robert Gustavsson, Jonas Karlsson, Emelia Sallhag, Simon Gregor Carlsson, u.a.
Kamera: John Christian Rosenlund
Schnitt: Fredrik Morheden
Musik: Pernilla Anderssson
Kamera: John Christian Rosenlund
Schnitt: Fredrik Morheden
Musik: Pernilla Anderssson
Überall brennt der Sommer, auch in Südschweden! Dort schauen wir auf den alten Witwer Ingmar, der sich allein in seinem Garten zumeist ganz wohl fühlt – zumindest, solange er nicht mit seinem übergriffigen Nachbarn zu tun hat, der erstens immer einen (oder fünf) praktische Tipps zur Hand hat und sich zweitens in alles einmischen muss. Viel lieber wäre Ingmar eine Aussöhnung mit seiner Tochter bzw. Familie, aber man kann nicht alles haben im Leben. Außerdem gibt es weit größere Probleme. Es will seit vielen Wochen nicht regnen – nicht einen Tropfen! Das Grün verkümmert, die Menschen sind verzweifelt. Wenn man doch nur den erlösenden Regen herbeizaubern könnte – und die Rosen am Leben erhalten, die schönste Erinnerung an Ingmars Frau...
Und da im Film alles möglich ist, findet der grantelige Mann durch Zufall im Gestrüpp einen ollen Wasserhahn, der – so scheint es –, einmal aufgedreht, auf magische Weise dafür sorgt, dass sich am Himmel in kürzester Zeit Wolken bilden und es am gewünschten Ort schüttet wie aus Kübeln. Ein Wunder! Ein solches Geschenk, das man natürlich geheim hält und alsbald als die eigene Wunderkraft anzupreisen versucht ist, stellt nicht nur einen Segen, sondern auch weitreichende neue Probleme in Aussicht... Schon bald verstrickt sich Ingmar in Schwierigkeiten, die er in der Form noch nie kannte.
Handwerklich kommt dieses poetische Märchen sehr vielversprechend daher: die Bilder bringen ein tiefes, gold-orangenes Licht mit, das an Sommerszenen von Renoir oder Gaugin erinnern: man möchte darin versinken. Auch die hier kollidierenden Typen sind auf den ersten Blick gut aufgestellt. Routinier Gustavsson ("Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand", 2014) macht als Kauz Laune (man kann ihn einfach nicht nicht mögen) und bildet mit dem trocken inszenierten Besserwisser-Nachbarn (Jonas Karlsson) das perfekte Gespann für eine klassische Eskalation.
Der Bezug auf unsere Gegenwart wird besonders deutlich, wenn die örtliche Politik aus diesem vermeintlichen Wunder Kapital zu schlagen sucht. (Wie schön wäre es, Merz, Söder & Co, die ja die Chuzpe haben, gegen die brennende Hitze ein kühlendes Bad zu empfehlen, in diesen Rollen "brillieren" zu sehen). Und dass die Tochter samt Familie irgendwann auf dem Plan steht, versteht sich von selbst.
Doch aus diesem schönen Potenzial entsteht leider nicht viel Kraftvolles. Mir schien vielmehr, dass die Handlung auf der Stelle tritt, die Entwicklungen im Einzelnen allzu absehbar sind und das gesamte Konstrukt auf seltsame Art ziel- und energielos verebbt. Womit ich konkreter meine: hier wären unbedingt beißendere Dialoge, mehr Chaos und Anarchie und politische Spitzen drin und auch geboten gewesen.
So bleibt der Eindruck eines Feel-Good-Märchens der leichten Sorte, eines Films, der sehr gut in die knallheißen Sommerwochen passt, der nicht überanstrengt und am besten in Gesellschaft und mit ausreichend Eiskonfekt genossen werden sollte!
cnm

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