SKY SHARKS
SKY SHARKS ★☆☆☆☆☆
Kinostart: 26.08.2021| FSK 18
Deutschland 2020
Genre: SciFi, Trash, Comedy, Action, HorrorLänge: gut 100 Min.
Regie: Marc Fehse
Buch: A.D. Morel
Buch: A.D. Morel
Darsteller: Thomas Morris, Michaela Schaffrath, Oliver Kalkofe, Eva Habermann, Barbara Nedeljáková, Detlef Bothe, Naomi Grossmann, Robert Lasardo, Micaela Schäfer, Tony Todd, Amanda Bearse, Cary-Hiroyuki Tagawa
Kamera: Mathias Geck
Schnitt: Marc Fehse
Musik: Nicolas Alvarez
Kamera: Mathias Geck
Schnitt: Marc Fehse
Musik: Nicolas Alvarez
Wir befinden uns in einem Passagierflugzeug - eine ganz alltägliche Situation. Die Gäste sind entspannt, betrunken, schläfrig, zickig... die Steward/essen tuntig, herablassend, genervt. Ob des bonbonfarbenen Kitschpostkarten-Looks und des ausgestellt laienhaften Schauspiels in Kombination mit einer Schnittgestaltung, die das grottige Spiel auch noch überbetont, denke ich: das ist genau mein Humor, je schlechter desto besser - immerhin ist der Film mit TRASH etikettiert, und sowas bekommt man nur äußerst selten in solcher Konsequenz geboten.
Dann kommt's auch schon ganz dicke: das Flugzeug wird von einem Geschwader fliegender Nazi-Haie (!!!) angegriffen und genüsslich in Stücke gerissen, Menschen zerfetzt, das künstliche Blut spritzt, und spätestens hier wird klar wird: die meinen es ernst mit dem Nonsense.
Es entfaltet sich kurz darauf so etwas Ähnliches wie eine Story: Altnazis sind noch gar nicht tot, sie waren konserviert, kehren nun zurück und wollen mittels der Super-Haie endlich und für immer die Weltherrschaft an sich reißen. Wie verquast das alles zusammenhängt, sollte ich hier aus einem bestimmten Grund nicht spoilern: es spielt überhaupt keine Rolle.
Im Vordergrund bzw. Mittelpunkt der Projekts stehen nämlich seine Schauwerte (nackte Frauen, Zombies, Blut, Sci-Fi-Anmutung, Zerstörungsorgien) und die Chuzpe, mit der sie vollkommen ernst oder vermeintlich ernst dargeboten (ich möchte sagen: zugemutet) werden.
Wirklich, ich wollte diesen Film lieben und empfehlen, aber letztlich ist er mir auf die Nerven gegangen. Warum? - Der Sexismus ist mir hier insoweit unerträglich, als dass sich - lese und staune - selbstredend nur die Frauen entblößen durften. Bedeutet: hier waren Männer am Werk. Chauvifreuden der schlimmsten Sorte, und keine Gleichberechtigung. Weiterhin wird der fantastische Look der ersten Szenen nicht konsequent eingehalten: er variiert im weiteren Verlauf zwischen detailverliebtem Zauber und einer NO-Budget Produktion; das ist schändlich schlampert und ergibt wirklich keinen Sinn. Dritter fauxpas: die Redundanzen: bei der siebten Wiederholung von entblößten Frauenkörpern und abgetrennten Gliedmaßen wird's naturgemäß langweilig. Meine Empfehlung: Augen auf im Schneideraum!
Produzent Carsten Fehse äußert sich im Pressematerial zum Film dergestalt: der Film sei vorrangig "eine Hymne gegen Faschismus, Machtmissbrauch, blinden Gehorsam, Obrigkeitshörigkeit und somit ein politisch klar Stellung beziehender Anti-Nazi-Film, der mit einer Meta-Ebene arbeitet und manchem Betrachter vielleicht erst auf den zweiten Blick die Augen öffnet". - Das liest sich ehern, doch ich schätze, es gibt an die 125.000 Filme, die dieses Anliegen signifikant besser auf die Reihe kriegen.
Heißer Tipp für all jene, die wirklich Lust auf eine mit Hingabe produzierte quasipornografische Nonsense-Splatter-Orgie haben. Ein Kopfkissen mit ins Kino zu nehmen könnte in jedem Fall hilfreich sein.
cnm
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