LOVE, SEX AND PANDEMIC

LOVE, SEX AND PANDEMIC ☆☆
Filmstart: 10.02.2022 | FSK -
Wojcieck Sikora, Malgorzata Rozenek | Kinostar


Polen 2021
Genre: Drama
Länge: rund 115 Min. (langer Film)
Regie: Patryk Vega
Buch: Olaf Olszewski, Patryk Vega
Cast: Anna Mucha, Michal Czernecki, Zofia Zborowska, Malgorzata Rozenek, Dawid Czuprynski, Sebastian Dela, Tomasz Dedek, Katie Novak, Wojciech Sikora u.v.m.
Kamera: Norbert Modrzejewski
Schnitt: Tomasz Widarski
Musik: Lukasz Targosz

Vier Hauptfiguren - drei Frauen und ein Mann - unterschiedlichen Alters leben ihr Sex- und Liebesleben auf unterschiedliche Weisen aus. Sie sind hauptsächlich am Spaß interessiert, abgeklärt und bereits recht zynisch dem Leben gegenüber; da fallen gern mal Sprüche wie "ein Mann ist nichts weiter als ein lebender Dildo" oder "Die Liebe ist eine hormonell bedingte Krankheit, die nach zwei Jahren vorbei ist". Sie alle gehen durch Lebensphasen, die von zwei Einflüssen bestimmt werden: erstens von einer plötzlichen pandemiebedingten Isolation, zweitens von der Begegnung mit Partnern, die ihre Überzeugungen und Gefühle auf die Probe stellen sollen. Einige erleben eine Art Verwandlung "vom Saulus zum Paulus", andere erliegen teuflischen Versuchungen und sind schlimmstenfalls sich selbst der größte Feind.

Die heh'ren Ansprüche, die ein solcher Film schon allein der vielen Figuren und Verstrickungen wegen stellt, sind ein hoch gestecktes Ziel, das ein enormes Feingefühl und perfekten dramaturgischen Aufbau erfordert. Das ist hier nicht gelungen - es bleibt bei den guten Absichten. Love, Sex and Pandemic ist zu deutlich überfrachtet mit Extremen, mit viel zu viel semipornografischen Klischees aus dem Genre des Erotik-Films, mit dramatischen Elementen aus der Soap-Ecke und psychologischen Ungereimtheiten, dass am Ende eher Ratlosigkeit bleibt statt echter Erkenntnis. Leider! Denn im Ansatz sind die Figuren und Geschichten durchaus vielversprechend.

Ein Kaleidoskop an Geschichten rund um Sex, Moral und Isolation, aus dem man vielleicht besser eine Serie gemacht hätte, um allen Aspekten differenzierter gerecht zu werden.

cnm

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