CYRANO

CYRANO ☆☆
Filmstart: 03.03.2022 | FSK 12
Peter Dinklage |Universal Pictures


USA 2021
Genre: Musical, Drama, Klassiker
Länge: gut 120 Min. (langer Film)
Regie: Joe Wright
Buch: Erica Schmidt
Nach: Edmond Rostand ("Cyrano de Bergerac")
Cast: Peter Dinklage, Haley Bennett, Kelvin Harrison Jr, Ben Mendelsohn, Bashir Salahuddin u.a.
Kamera: Seamus McGarvey, ASC, BSC
Schnitt: Valerio Bonelli
Szenenbild: Katie Spencer
Musik: Bryce Dessner & Aaron Dessner

Cyrano de Bergerac ist ein Versdrama aus dem Jahre 1897, das bis heute zu den Weltklassikern der Literatur gehört, zeitlos bleibt und ständig in der Gegenwartskultur neu verankert wird. Die Geschichte: Cyrano getraut sich nicht, seiner alten Freundin (und Kusine) Roxanne seine innige Liebe zu gestehen, da er sich seiner übergroßen Nase wegen keine Chancen ausrechnet. Da kommt der Schönling Christian daher, der im Gegensatz zu Cyrano, der exzellent dichten und fechten kann (weh dem, der ihn angreift), keine Talente aufzuweisen hat. Christian und Cyrano verbrüdern sich, und der unglücklich Liebende liefert - inkognito - sämtliche Verse und Liebeshymnen, die den stolzen Kadetten der Angebeteten näher bringen sollen. Eine Zeit lang funktioniert das auch...

Die aktuelle Version des Stoffes hat kleine Neuerungen zu "bieten". Zum Einen werden viele Passagen gesungen und getanzt, weiterhin hat Cyrano keine gigantische Nase mehr, sondern ist jetzt kleinwüchsig. Bis zu einem gewissen Punkt hat das Unterhaltungswert, ist doch allein schon die Besetzung des Peter Dinklage ein Schauwert an sich - der Mann hat ja inzwischen Star-Status und spielt, was immer man ihm zu spielen gibt, hinreißend. Selbst die Komparserie ist durchweg mit Typen besetzt und lustvoll inszeniert. Bühnen- und Kostümbild sind ebenso beeindruckend: hier wurde mit Sorgfalt und Liebe zum Detail nicht gegeizt. Über eine große Strecke des Films konnten mich auch die aufwändigen Choreographien begeistern - doch dann kippt das Konstrukt. Einfallslose Melodien, kaum voneinander zu unterscheiden, die Unglaubwürdigkeit eines Cyrano, der einerseits vor Charme strotzt und andererseits dennoch an sich zweifelt, als wäre er der Glöckner von Notre-Dame, die äußere wie innere Blässe der Roxanne, die zu nichts Anderem in der Lage zu sein scheint als durch die Szenen zu schweben und Ansprüche zu stellen, sowie ein Ausklang, das allzu sehr in den Kitsch abdriftet, bringen das Werk zu keinem rühmlichen Ende.

Schade eigentlich. Aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich sehr verschieden. Diese Umsetzung wird ganz sicher ihren Beifall finden und, wie gesagt, der Schauwerte gibt es genügend.

cnm

Auch interessant: "Vorhang auf für Cyrano", Frankreich 2018, R.: Alexis Michalik, Besprechung in meinem Blog.

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