A HERO - DIE VERLORENE EHRE DES HERRN SOLTANI

A HERO - DIE VERLORENE EHRE DES HERRN SOLTANI 
Originaltitel: Ghareman | Filmstart: 31.03.2022 | FSK 12
v.l.n.r.: Mohsen Tanabandeh, Saleh Karimai, Amir Jadidi © Neue Visionen Filmverleih





Iran, Frankreich 2021
Genre: Drama
Länge: knapp 130 Min. (langer Film)
Regie: Asghar Farhadi
Buch: Ghazal Rashidi
Cast: Amir Jadidi, Mohsen Tanabandeh, Fereshteh Sadrorafaii, Sahar Goldoust, 
Kamera: Ali Ghazi
Schnitt: Haydeh Safiyari
Music Department: Rymin

Als seine Freundin eine Handtasche mit einem Sack voller Goldmünzen findet, scheinen für den inhaftierten Rahim alle Sorgen vom Tisch. Der sitzt nämlich wegen nicht beglichener Schulden ein. Während eines Ausgangs holt seine Zukünftige ihn ab, die beiden freuen sich wie die Kinder auf die gemeinsame Zukunft. - Doch kurz darauf packt den Glücklichen das schlechte Gewissen. Er geht aus einem Impuls heraus zur Polizei und meldet den Fund. Bald darauf erscheint die Besitzerin und nimmt im Hause seiner Familie unter Tränen ihren Besitz zurück. Spontan wird Rahim in der Öffentlichkeit gefeiert wie ein Held - doch soll das nicht lange halten, denn natürlich entsteht der Verdacht, die Chose sei inszeniert, um ihn als besseren Menschen da stehen zu lassen und ihm die Haft zu ersparen. Es wird eine Verifizierung seiner Story verlangt. Doch die "Besitzerin" der Münzen ist nirgends aufzutreiben, sie hatte ein fremdes Handy benutzt und keine Adresse zurückgelassen. Eine endlose Schraube von Verdächtigungen und hilfloser Rechtfertigung beginnt sich zu drehen.

Farhadis' Geschichte ist eine niederschmetternde Spiegelung jener Gesetzmäßigkeit, die schon immer galt und in alle Zukunft gelten wird. Dass nämlich Handeln in guter, ja in bester Absicht in keiner Weise eine Garantie für ein angemessen positives Ergebnis darstellt. Dass du mit einer Lüge und unlauterem Schweigen oft weiter kommst als mit der Wahrheit. Dass die Gesellschaft durchdrungen ist von Misstrauen, und dass oft die die Dummen sind, die guten Glaubens vertrauen. Wir dürfen dabei zusehen, wie eine gute Seele aufgerieben wird und sukzessive zu einem Nichts zerbröselt. Das hat in seiner erzählerischen Differenziertheit die Qualität der Erzählungen eines Stefan Zweig. 

Trocken, bitter, wahr, an Eleganz und Dichte kaum zu überbieten: A Hero ist definitiv eine Perle des Kinojahres 2022.

cnm

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