I AM THE TIGRESS

Was ist Feminismus?
I AM THE TIGRESS 
Filmstart: 14.04.2022 | FSK 16
Four Guys Filmdistribution




Österreich, USA, Deutschland 2021
Genre: Dokumentarfilm
Länge: 80 Min.
Regie: Philipp Fussenegger, Dino Osmanovic
Story Consultant: Zazou Röver
Mit: Tischa Thomas, Edward Zahler, Steve Scibelli
Kamera: Dino Osmanovic
Schnitt: Judy Landkammer
Musik: Mario Batkovic

Pressetext:
"Tischa 'The Tigress' Thomas hat ein klares Ziel: Sie will sich den Titel als beste Bodybuilderin der Welt holen. Mit ihrem 17-Zoll-Bizeps und ihren enormen Rückenmuskeln ist sie eine starke und zugleich hochsensible Person, die gegen Selbstzweifel und gesellschaftliche Diskriminierung ankämpft und sich danach sehnt, von anderen um ihrer selbst willen akzeptiert zu werden. Ihren Unterhalt verdient sich Tischa als Domina, ihr wichtigster Partner ist ihr 70- jähriger Mitbewohner Eddie, der sie bei den Wettbewerben unterstützt. Doch als sie den Traum vom Titel verfehlt, bricht für Tischa eine Welt zusammen – und plötzlich stellt sich die Frage: Ist sie bereit ist für ein Leben jenseits der Wettkampfbühnen?"

Eine Frau Ende 40 freut sich auf den Besuch ihrer Enkelkinder. Eine Frau Ende 40 war einmal fettleibig und wollte eine Andere sein - heute ist sie, laienhaft ausgedrückt, ein Muskelberg. Die Frau Ende 40, Tischa Thomas, die "Tigerin", kämpft heute einen Überlebenskampf mit verschiedensten Identitäten, und eine jede davon ist authentisch (O-Ton: "This is all me"). Als Domina ist sie die Starke, die unterwirft (und sich dabei auch schonmal langweilt), vor der webcam zeigt sie sich gern, mit dem besten Freund darf sie schwach und verzweifelt sein. Der größte Traum sind die Wettbewerbsauftritte, für die sie ihre Gesundheit aufs Spiel setzt, an ihre Grenzen geht. Und ganz nebenbei muss sie immer wieder Angriffe von den "echten Kerlen" in den Straßen kontern, welche sich von Tischas' irritierenden Äußeren (Mann? Frau? Warum die Zöpfe zum muskulösen Körper?!) aufgefordert fühlen, der eigenen Beschränktheit Ausdruck zu verleihen. Und sie kontert stark und klug.

Das formal Erstaunliche an dieser Doku ist, dass sie so unprätentiös geschehen lässt, ohne Kommentar, ohne Bewertung, ohne künstliche Dramatisierung. Auf die Art können wir Tischa sukzessive entdecken, die eigene Befremdung abbauen und uns ihr annähern. Tischa ist Feministin, ohne das Wort zu benutzen: sie lebt um jeden Preis das Leben, das ihr aus innerster Überzeugung entspricht. Die Gesamtwirkung dieser Doku ist komplex und berührend, beinahe so, als hätte man eine alte Freundin wiedergefunden.

cnm

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