DOCTOR STRANGE IN THE MULTIVERSE OF MADNESS
DOCTOR STRANGE IN THE MULTIVERSE OF MADNESS ★★★½☆☆
Filmstart: 04.05.2022 | FSK 12
USA 2022
Genre: Marvel, Action, FantasyLänge: satte 120 Min.
Regie: Sam Raimi
Buch: Stan Lee, Michael Waldron
Buch: Stan Lee, Michael Waldron
Cast: Benedict Cumberbatch, Elizabeth Olsen, Benedict Wong, Chiwetel Ejiofor, Rachel McAdams, Xochitl Gomez, Patrick Stewart u.a.
Kamera: John Mathieson
Kamera: John Mathieson
Leiter Animation und visuelle Effekte: Janek Sirrs, Chris Corbould
Schnitt: Bob Murawski
Musik: Danny Elfman
Da es mir eigentlich nie gelingt, solche Filme wirklich zu verstehen, möchte ich mich auf die Machart und Dramaturgie beschränken. Das Eine ist stark, das andere schwach. Abgesehen von Elfmans' völlig austauschbarer Musik (zweckdienlich, immerhin) glänzt DSITMOM durch Farbwelten, die harmonischer und faszinierender nicht sein könnten, durch starke Action in pompösen digitalen Kulissen und hervorragende Animationen (allein der Mantel mit Eigenleben des Magiers wäre einen ganzen Film wert).
Schnitt: Bob Murawski
Musik: Danny Elfman
Dr. Strange, der mächtigste Magier des Kosmos, muss gemeinsam mit seinem
Freund Wong und Wanda Maximoff, aka Scarlet Witch, einem mysteriösen
neuen Widersacher entgegentreten, um das Ende aller Dimensionen zu
verhindern. Interessanterweise ist die ursprüngliche Kraft der Gegnerin ihre Sehnsucht nach den zwei in anderer Dimension verlorenen Kindern, von denen sie jede Nacht träumt und zu denen sie um jeden Preis zurück will. Also eine leidende Schöne mit eiskalter Zerstörungswut.
Schauspielerisch gibt es nichts zu meckern: die wichtigste Achse (Cumberbatch - Olsen, beide auf ihre Art unter Verlust und Sehnsucht leidend) brilliert in jedem Augenblick aufs Eleganteste, auch jede Nebenrolle überzeugt.
Für mich ist der große Nachteil dieses Spektakels, dass es gleich einem Flickenteppich von Anfang bis Ende mit sich ähnelnden - wenn auch vornehmlich schrill-lauten - Szenen ausgekleidet ist. In verlässlicher Folge wird gekämpft, von Universum zu Universum gestoben, geliebt, gelitten, dann wieder gekämpft... und als ob man Angst gehabt hätte, dass das noch nicht genügt, kommt gegen Ende noch ein Pseudo-Horror ins Spiel, der a) gänzlich unnötig und b) leider unfreiwillig komisch ist. Dieses überbordende Konzept eines Multiversums, in dem jederzeit alles erlaubt ist, was gefällt, erzählt (mir) in erster Linie von einem Marketing-Karussell, aus dem es kein Entrinnen gibt. Die Dramatik im klassischen Sinne fällt dem beinahe gänzlich zum Opfer, denn in parallelen Zeit- und Raumgefügen ist ja jederzeit alles umkehr-, austausch- und wiederholbar.
Für Marvel-Fans ist Doctor Strange in the Multiverse of Madness selbstverständlich ein Muss und bedient höchstwahrscheinlich auch die meisten Erwartungen zur Genüge und auf hohem Niveau.
cnm

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