NOPE
NOPE ★★★★☆☆
Filmstart: 11.08.2022 | FSK 12
USA 2022
Genre: Horror, MysteryLänge: 130 Min. (langer Film)
Regie: Jordan Peele
Buch: Jordan Peele
Buch: Jordan Peele
Cast: Daniel Kaluuya, Keke Palmer, Steven Yeun, Brandon Perea u.a.
Kamera: Hoyte Van Hoytema
Schnitt: Nicholas Monsour
Kamera: Hoyte Van Hoytema
Schnitt: Nicholas Monsour
Visuelle Effekte: Guillaume Rocheron, Rhonda C. Gunner, Mike Chambers
Musik: Michael Abels
Musik: Michael Abels
Die Geschwister OJ und Emerald Haywood betreiben eine Pferderanch in Kalifornien - nahe der Traumfabrik - und sind doch gerade im Begriff, ihre Träume aufzugeben. Pferde an Filmproduktionen zu vermieten, wird zunehmend schwieriger, zumal immer mehr Tiere digital generiert werden. Als sie den Vater durch ein höchst seltsames Unglück verlieren, lasten dunkle Wolken über den beiden. Und das nicht nur sprichwörtlich! Denn am Himmel spielen sich befremdliche Ereignisse ab. OJ glaubt sogar, so etwas wie ein UFO gesehen zu haben. Die Tiere beginnen nervös zu werden, die Elektrik im Haus spielt regelmäßig verrückt: Unheil ist auf jeden Fall im Anmarsch! Der hilfsbereite Elektrotechniker Angel ist dann auch leicht verdutzt, als er sämtliche zu installierenden Überwachungskameras mit dem Objektiv nicht aufs Gelände, sondern gen Himmel richten soll.
Jordan Peele gehört zu den Horror-Regisseuren mit der größten Beachtung. Nach seinen ersten Arbeiten GET OUT und WIR natürlich zu Recht. Kaum jemand in der Branche arbeitet so innovativ und visionär wie Peele. Auch NOPE strotzt vor verheißungsvollen Tableaus, irritierender Montage und einer Ladung Hochspannung, die einen quasi durchweg wie elektrifiziert im Kinosessel verankert. Bewusst habe ich hier die schaurigsten Momente nichtmal andeutungsweise erwähnt - denn der Film sollte einen ganz und gar unvorbereitet überrollen.
Die formale Seite der neuesten Arbeit Peeles' stimmt rundum. Der Regisseur spielt mit weiter Landschaft, Licht und Perspektive wie ein Magier, es scheint wirklich, als würde hier jemand das (Horror)Kino neu definieren. Vor allem die schwer zuordbaren und mysteriösen Aspekte bzw. die Nebengeschichte bieten augenscheinlich mehrere Lesarten, was die Neugier bis zum Ende wach hält.
WER SICH GÄNZLICH ÜBERRASCHEN LASSEN UND NICHT WEITER BEEINFLUSSEN LASSEN WILL, LESE AB HIER BITTE NICHT WEITER.
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Doch meiner Empfindung nach bleibt zum Ende eher ein Eindruck von heißer Luft. Denn außer dem souveränen Spiel mit allen cinéastischen Aspekten fügt sich inhaltlich zu guter Letzt so gar nicht eins ins Andere, ergibt kein großes Ganzes. Die parallel erzählten Schicksale bleiben ohne Bezug, die Bedrohung stagniert und verläppert sich, bis sie letztlich aufs Profanste verpufft.
Jordan Peele wird uns weiterhin visionäre Filme bieten, das ist sicher, doch bleibt zu wünschen, dass seine Geschichten wieder mehr Hand und Fuß bekommen, wie es bei seinem Einstand der Fall war.
Ein souveränes Spiel mit Atmosphäre und Angst, ein Film hervorragender Schauwerte. Allein hierfür lohnt sich schon der Kinobesuch - bitte mit größtmöglicher Leinwand!
cnm
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