DOG - DAS GLÜCK HAT VIER PFOTEN
DOG - DAS GLÜCK HAT VIER PFOTEN ★★★★½☆
Originaltitel: Dog | Filmstart: 19.04.2022 | FSK 12
USA 2022
Genre: Spielfilm, Roadmovie, DramödieLänge: rund 100 Min.
Regie: Channing Tatum, Reid Carolin
Buch: Reid Carolin, Brett Rodriguez
Buch: Reid Carolin, Brett Rodriguez
Cast: Channing Tatum, Lulu u.a.
Kamera: Newton Thomas Sigel
Schnitt: Leslie Jones
Musik: Thomas Newman
Kamera: Newton Thomas Sigel
Schnitt: Leslie Jones
Musik: Thomas Newman
Jackson Briggs arbeitet in einem Sandwich-Schuppen, anstatt für gutes Geld im Personenschutz. Der Grund dafür: während eines Militäreinsatzes im Mittleren Osten zog er sich eine Kopfverletzung zu, und seitdem hängt seine Zukunft und Karriere von einer Bescheinigung ab, die ihm volle Einsatzfähigkeit attestiert. Doch so sehr er bittet und bettelt: der ehemalige Vorgesetzte bleibt stur. Bis sich endlich doch eine Chance ergibt. Briggs soll sich um den ebenfalls traumatisierten K9-Einsatz-Hund Lulu, "Kollegin" seines besten Freundes, der kürzlich tödlich verunglückte, zur Beerdigung des verstorbenen Herrchens chauffieren - mit dem Auto quer durchs Land... das Tier verträgt nämlich keine Flüge. Und ist auch sonst nicht gut zurecht. Inzwischen aggressiv gegen alle geworden, soll Lulu nach der letzten Ehre dem ehemaligen Herrchen gegenüber eingeschläfert werden. Erst dann, wird versprochen, bekommt Jackson seine Arbeitserlaubnis zurück.
Tatum, der hier sein Regiedebüt vorlegt, erzählt mit erfreulicher Reife und filmischer Souveränität. Kein Wunder, könnte man sagen, hat er doch die Crème der Filmschaffenden um sich geschart (beispielsweise Thomas Newman für den Score). Dennoch, wenn ein Schauspieler, der immer mit Hunden lebte und erst kürzlich einen verlor, eine Geschichte hinbekommt, die weder Schenkelklopfer ist noch Rührstück, sondern sich durch differenzierte und unsentimentale Beobachtungen auszeichnet, dann lässt das auf eine vielversprechende Regiekarriere hoffen. Tatum, der Schöne, lässt keine Eitelkeiten erkennen, im Gegenteil beweist er Selbstironie und Humor, wenn er sich z.B. von sexy Frauen intellektuell runtermachen lässt. Auch bürstet er den üblichen amerikanischen Erzählmustern deutlich gegen den Strich, wenn er etwas Unerklärliches (hier: die Chemie zwischen Mensch und Hund) unerklärt lässt und nur andeutungsweise zeigt, worauf es eigentlich ankommt.
Ein sprödes Roadmovie mit unzähligen schönen Momenten und einem guten Herz; die Mischung stimmt einfach. Empfehlung.
cnm

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