ME, WE
ME, WE ★★★★★★
Filmstart: 06.10.2022 | FSK 12
Österreich 2020
Genre: Spielfilm, TragikomödieLänge: 115 Min.
Regie: David Clay Diaz
Buch: David Clay Diaz, Senad Halilbasic
Buch: David Clay Diaz, Senad Halilbasic
Cast: Lukas Miko, Verena Altenberger, Barbara Romaner, Alexander Srtschin, Mehdi Meskar, Anton Noori, Wonderful Idowu, Bagher Ahmadi, Peter Strauss, Raphael von Bargen u.a.
Kamera: Julian Krubasik Geretschläger
Schnitt: Lisa Zoe
Musik: David Reichelt
Es ist eine euphorisierende Freude zu erleben, dass heute noch derart gewiefte und pointierte Drehbücher derart wunderbar und sensibel umgesetzt werden können. Der Film fesselt mit perfidem Witz und ist dabei - das ist die große Überraschung - nie wirklich vorhersehbar. Hier gibt es so viele Grautöne, wie ich es schon lange nicht mehr erlebt habe; keine der Figuren wird zur Gänze verurteilt oder auf ein Podest gestellt. Es menschelt halt, und es menschelt humorvoll-berührend.
Kamera: Julian Krubasik Geretschläger
Schnitt: Lisa Zoe
Musik: David Reichelt
Was hat die Flüchtlingskrise mit Österreich gemacht? Und was ist überhaupt "die Flüchtlingskrise"? Wer ist hier in der Krise und warum, durch wen? In vier ineinander verwobenen Erzählsträngen beleuchtet ME, WE Wege verschiedener Menschen, die aus unterschiedlichen Beweggründen und sehr konträren Blickwinkeln zu helfen versuchen. Da ist eine Gruppe frustrierter Schüler, die das Land in Gefahr sehen und einen Geleitservice zum Schutz wehrloser Frauen auf die Beine stellen wollen, da ist eine junge Frau, die als freiwillige Helferin ans Mittelmeer reist, eine alleinstehende Redakteurin, die einen minderjährigen Geflüchteten beherbergt und versucht, ihm Kultur beizubringen und ein Asylheimleiter, der sich permanent von einem schwarzen Bewohner provoziert fühlt. Sie alle scheitern auf ihre eigene Weise, sie alle scheitern grandios.
Oft wollen wir es ja nicht wahr haben, aber jedem helfenden Impuls wohnt ja auch ein großes Stück Selbstbezogenheit inne: man will gebraucht werden und sich damit selbst aufwerten. Wie überaus schwierig es ist, Gutes tun zu beabsichtigen und es dann auch wirklich zu erreichen, stellt Diaz glasklar heraus.
Es ist eine euphorisierende Freude zu erleben, dass heute noch derart gewiefte und pointierte Drehbücher derart wunderbar und sensibel umgesetzt werden können. Der Film fesselt mit perfidem Witz und ist dabei - das ist die große Überraschung - nie wirklich vorhersehbar. Hier gibt es so viele Grautöne, wie ich es schon lange nicht mehr erlebt habe; keine der Figuren wird zur Gänze verurteilt oder auf ein Podest gestellt. Es menschelt halt, und es menschelt humorvoll-berührend.
Ein kluger, tragikomischer Zeitgeist-Film von stiller Eleganz und Zeitlosigkeit.
Definitiv ein Highlight des Kinojahres.
Definitiv ein Highlight des Kinojahres.
cnm

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