WIR SIND DANN WOHL DIE ANGEHÖRIGEN
WIR SIND DANN WOHL
DIE ANGEHÖRIGEN ★★★★★☆
DIE ANGEHÖRIGEN ★★★★★☆
Filmstart: 03.11.2022 | FSK 12 | Prädikat besonders wertvoll
Deutschland 2022
Länge: rund 120 Min.
Regie: Hans-Christian Schmid
Buch: Michael Gutmann, Hans-Christian Schmid
Nach: Johann Scheerer
Cast: Claude Heinrich, Adina Vetter, Philipp Hauß, Justus von Dohnányi, Hans Löw, Enno Trebs, Yorck Dippe, Fabian Hinrichs u.a.
Buch: Michael Gutmann, Hans-Christian Schmid
Nach: Johann Scheerer
Cast: Claude Heinrich, Adina Vetter, Philipp Hauß, Justus von Dohnányi, Hans Löw, Enno Trebs, Yorck Dippe, Fabian Hinrichs u.a.
Kamera: Julian Krubasik BVK
Schnitt: Hansjörg Weißbrich BFS
Musik: The Notwist
Schnitt: Hansjörg Weißbrich BFS
Musik: The Notwist
Im März 1996 wird der Multimillionär Jan Philipp Reemtsma entführt. Die Lösegeldforderung an die Familie beträgt 20 Millionen D-Mark. Für den 13jährigen Sohn Johann und seine Mutter Ann Kathrin sollen die kommenden 33 Tage zu einer Belastungsprobe werden, die sie nie vergessen werden. Obwohl der Anwalt der Familie, die zugeschaltete und im Haus einquartierte Polizei absolut kooperationsbereit sind, und während ein guter Freund des Hauses ein waches Auge auf den Jungen hat, schlagen mehrere Geldübergaben fehl. Auch die Kommunikation mit den Entführern gestaltet sich im Wortsinn brüchig. Gelegentliche Briefe des Entführten werden von Mal zu Mal trübsinniger... Die Anspannung und Verzweiflung wächst, so wie die Hoffnung auf ein glückliches Wiedersehen allmählich schwindet. - Nach dem autobiografischen Buch von Johann Scheerer.
Was zu Beginn des Film fast schon seicht erscheint, erweist sich im Laufe des gesamten Films als optimaler Kunstgriff: gerade durch den Verzicht auf (falsches) Pathos, den gut bedachten, nicht übermäßigen Einsatz von Musik und überhaupt einer durch die Bank nüchternen Erzählweise transportiert sich die echte Anspannung und Beklommenheit, die ja bekanntlich nach innen geht und selten laut ist, zwingend. Ausgezeichnet besetzt, geführt und montiert, ist diese Arbeit ein eindrückliches und respektables Zeitdokument - und erhielt zu Recht das "Prädikat besonders wertvoll".
Zwar können wir von außen kaum je wirklich nachvollziehen, was Betroffene während einer Entführung durchmachen. Doch dieser sensible und dichte Film gibt einen packenden Eindruck von der Not aller Betroffenen. Sehenswert!
cnm
(Kritik nachgeholt im Mai 2023)

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