WEISSES RAUSCHEN
WEISSES RAUSCHEN ★★★½☆☆
Originaltitel: White Noise | Filmstart: 08.12.2022 | FSK 16
USA 2022
Länge: 136 Min. (langer Film)
Regie: Noah Baumbach
Buch: Noah Baumbach, Don DeLillo
Buch: Noah Baumbach, Don DeLillo
Nach: Don DeLillo
Cast: Adam Driver, Greta Gerwig, Don Cheadle, Raffey Cassidy, Sam Nivola, May Nivola, Jodie Turner-Smith, André Benjamin, Lars Eidinger u.a.
Kamera: Lol Crawley
Schnitt: Matthew Hannam
Musik: Danny Elfman
Kamera: Lol Crawley
Schnitt: Matthew Hannam
Musik: Danny Elfman
Eine wohlgeordnete, finanziell abgesicherte intellektuelle Familie im Amerika der 1980er Jahre. Der Vater doziert an der Uni über die Verbrechen im Dritten Reich, die Mutter bekämpft ihre latente Depression mit dubiosen Pillen (auch er hat eine verdrängte Todesangst), die Kids sind Teens oder vorpubertär. Das Leben scheint halbwegs in Ordnung, das Unglück - so der Professor - passiert immer nur den weniger Privilegierten. Da hat er sich allerdings geschnitten. Im Handumdrehen befindet sich nicht nur die Familie, sondern der gesamte Ort in einem mystischen Weltuntergangsszenario. Refugees im eigenen Land! Die Situation beruhigt sich. Doch die Welt ist danach nicht mehr dieselbe.
Im weitesten Sinne ist Weisses Rauschen eine Geschichte über die Angst vor dem Unkontrollierbaren in unserem Leben - wie beispielsweise dem Tod, Katastrophen oder allem, was wir über unsere Nächsten nicht wissen. Da Regie und Buch in so viele unterschiedliche Extreme geht (Drama, Komödie, Satire, Mystery, Elegie, Farce, Thriller...), scheint mir, dass diese Ebenen miteinander konkurrieren und einander schwächen statt sich zu ergänzen. Die Arbeit geriert sich m.E. als Sammelbecken unterschiedlichster Gedankenspiele zu lebensphilosophischen und systemkritischen Fragen, aus denen wir uns das fischen können, was uns anspricht. Mir persönlich war das unter'm Stich etwas zu "gemacht". Köstlich ist übrigens die Abspannsequenz, die eine erlösende Leichtigkeit einbringt.
Formal wie inhaltlich satt ausgestatteter, tragikomischer Film mit intellektuellem Anspruch zu den großen Themen der Menschheit. Ambitioniert.
cnm
Ähnlich gelagert, dabei angenehm stringent: Melancholia (2011) von Lars von Trier

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